Bayerns Kabinenschwur nach dem Wahnsinn von Paris
Spiel des Jahres? Des Jahrzehnts? Des Jahrhunderts? Das Neun-Tore-Spektakel zwischen Sieger Paris und Verlierer FC Bayern ist «eine Ode an den Fussball». Und das Beste: In München folgt Runde zwei.
Beim Einzug in den Bankettsaal des Teamhotels wurden die Münchner Verlierer nach dem Neun-Tore-Wahnsinn von Paris beklatscht und bejubelt wie Gewinner. Die Szenerie nach Mitternacht wirkte surreal. Aber es passte zu diesem irrwitzigen Abend, der tatsächlich mehrere Gewinner hatte.
Darunter irgendwie auch diese Comeback-Bayern, die nach einer Stunde beim 2:5 schon vor dem K.o. in Halbfinal-Runde eins standen. «Da bist du eigentlich tot. Da sitzt du auf der Tribüne und denkst: Oh, oh, oh, wie soll das werden», sagte Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen in seiner Bankettrede. Doch im Stadion des Titelverteidigers Paris Saint-Germain standen die Münchner wieder auf und erzwangen noch ein 4:5-Endergebnis.
Es war ein Abend der Wow-Effekte im Prinzenpark. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, der Wendungen. «Ein Clash» zweier Fussball-Schwergewichte, wie es Bayern-Trainer Vincent Kompany ausdrückte. PSG war zwar der Sieger, aber Weltfussballer Ousmane Dembélé und Co. liessen die Bayern im Spiel.
«Jeder hat diesen Final-Glauben»
«Es fühlt sich positiv an, auch wenn wir verloren haben», sagte Joshua Kimmich. Der Mittelfeldspieler berichtete von einem Kabinenschwur für das Rückspiel. «Jeder in der Kabine hat diesen Glauben, das Gefühl, das Selbstvertrauen, dass wir Paris zu Hause schlagen können. Wir brauchen jetzt ja kein 3:0.»
Alle – Trainer, Spieler, Bosse, Fans und jeder Fussball-Liebhaber – dürfen sich schon jetzt freuen auf Runde zwei am kommenden Mittwoch in der Münchner Arena. «Ich kann es kaum erwarten», sagte Kompany, der dann wieder unten am Spielfeldrand mittendrin im hitzigen Geschehen sein darf. Im Prinzenpark musste sein Assistent Aaron Danks den Chef-Job übernehmen.
Die Erfahrung, hilflos hoch oben unter dem Stadiondach zuschauen zu müssen, «die habe ich nicht genossen», erklärte Kompany. «Es war richtig schwierig. Und dann 5:2 – PSG hat da schon gejubelt. Aber wie meine Mannschaft zurückgekommen ist, das habe ich schon ein bisschen genossen im oberen Stock. Und wir haben jetzt ein Ziel, in den Final zu kommen.»