Aussenseiter Snow Player dominiert im Grossen Preis von St. Moritz
Beim White-Turf-Final auf dem St. Moritzersee düpiert der deutsche Gast Snow Player mit Jockey Patrick Gibson im «Evangelos Pistiolis Foundation – 85. Grosser Preis von St. Moritz» die Favoriten.
Damit entschädigte der vierjährige Hengst seine Entourage mit Besitzer Paul Bowden sowie Trainer Michael Figge vor 11'000 Zuschauern (Wettumsatz über 120'000 Franken) für das Pech vom ersten Renntag, als er unverschuldet reiterlos geworden war.
Die Favoriten hatten im mit 100'000 Franken höchstdotierten Pferderennen der Schweiz einen schweren Stand. Titelverteidiger Saadi, der nach drei Starts auf Schnee noch ungeschlagen war, lief lange vorne mit – am Ende reichte es nur zu Rang neun.
Weit vor dem Rest kämpften zwei Pferde um den Sieg, mit denen nur die wenigsten gerechnet hatten. Snow Player liess auf der Zielgeraden im Duell zweier Vierjähriger dem Fuchs-Hengst Look To Remember aus dem Quartier des abtretenden Urdorfer Trainers Miro Weiss keine Chance. Rang drei ging mit grossem Rückstand an Nerion, der wie auch der viertplatzierte Canouann von Karin Suter-Weber in Dielsdorf trainiert wird. Mehrere Schweizer Pferde schnitten also gut ab, doch gegen den in München-Riem von Michael Figge vorbereiteten Snow Player mit Reiter Patrick Gibson war kein Kraut gewachsen.
Vom Pechvogel zum gefeierten Sieger
Vor zwei Wochen hatte Snow Player seine Klasse im Vorbereitungsrennen für den Grossen Preis von St. Moritz noch nicht zeigen können, da Patrick Gibson bei einem Zwischenfall zu Boden musste. Zwei Wochen später war die Gefühlslage von Patrick Gibson eine ganz andere: «Ich liebe dieses Pferd, ich liebe ihn wirklich auch zu Hause im Stall. Ich habe immer gesagt, das wird ein richtig gutes Pferd. Es ist einfach unglaublich, alles hat gepasst.» So lohnten sich auch die Mühen des für einen Jockey mit 183 Zentimetern Körpergrösse sehr grossen Gibson. Am Morgen vor dem Rennen joggte er noch um die Bahn, um Gewicht zu verlieren.