Auseinandersetzung um den St. Galler Lotteriefonds spitzt sich zu
Im St. Galler Kantonsrat wollen die Fraktionen von FDP, Mitte-EVP und SVP den Anteil der Kulturförderung aus dem Lotteriefonds deutlich reduzieren. Die Regierung wehrt sich dagegen. Sie befürchtet «einen einschneidenden Abbau der Kultur».
Im Kanton St. Gallen ist der Lotteriefonds zu einer Kasse für alle möglichen Aufgaben geworden. Da gibt es die klassischen Beiträge, etwa für das Jazzfestival Sargans, das 30'000 Franken erhielt, oder für die Bürgermusik Mörschwil, die im Juni ein Blasmusik Openair plant und dafür 20'000 Franken bekommt.
Die Auflistung der Beiträge in der zweimal im Jahr veröffentlichten Vorlage zeigt, dass Projekte quer durch den Kanton profitieren. Dazu gehörte etwa auch der Verein Freiluftbühne Rüthi, der für die Produktion «Kurhotel Kamor» mit 100'000 Franken unterstützt wird. Die Genossenschaft Schwarzer Engel in der Stadt St. Gallen plant Veranstaltungen zum 40-jährigen Jubiläum und erhält 15'000 Franken.
Aus dem Lotteriefonds stammen aber auch die 1,07 Millionen Franken für die Hilfe nach dem Bergsturz in Blatten (VS) oder die 300'000 Franken für die Schweizer Schule in Rom. Im letzten Winterhalbjahr wurden knapp 70 einzelne Vorhaben mit 4,3 Millionen Franken unterstützt, dazu kamen 6 Beiträge an Grossvorhaben und Programme mit weiteren 2,5 Millionen Franken.
Lotteriegelder für Archäologie
Regelmässig gibt es Kritik an der Vergabe der Lotteriegelder, etwa weil damit Aufgaben unterstützt werden, die in anderen Kantonen aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Ein Beispiel dafür ist die Kantonsarchäologie. Diskussionen löste auch der Beitrag für den Olma-Auftritt des Kantons aus, mit dem der Lotteriefonds belastet wurde.