Auftrag am Lukmanier geht ins Tessin
Wer bekommt von 2020 bis 2029 den Auftrag, die Schneeräumung auf dem Lukmanierpass zu besorgen? Der für die Winteroffenhaltung der Strassenroute zuständige Verein Pro Lucmagn hatte die Arbeiten im letzten Sommer für die nächsten zehn Jahre neu ausgeschrieben und nach Eingang der Offerten an die Tessiner Arbeitsgemeinschaft (Arge) Edelweiss mit zwei Firmen aus Olivone und Airolo vergeben. Es geht um die Räumung eines rund 21 Kilometer langen Strassenabschnittes zwischen Fuorns in der Val Medel und Campra in der Valle Santa Maria oberhalb von Olivone.
Doch gegen die Vergabe wurde rekurriert, und zwar von der bislang mit der Schneeräumung beauftragten Arge der Firmen Berther Bau und Industrie AG aus Disentis, Siegfried Bundi aus Curaglia und Scaresa SA aus Blenio. Die Tessiner Arge erfülle nicht die Kriterien für eine Vergabe, so die Rekurrenten. Zudem hätte man sie von der Vergabe ausschliessen müssen, da die Offerte unvollständig sei und falsche Angaben enthalte.
Weiterzug noch möglich
Nun hat das Verwaltungsgericht in der Sache ein Urteil gefällt. Wie Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) berichtet, wurde der Rekurs vollumfänglich abgewiesen, die Gerichtskosten gehen zulasten der Rekurrenten. Gegen den Entscheid kann allerdings noch Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht werden.
219 000 Franken weniger pro Jahr
Wie aus dem von Pro-Lucmagn-Präsident Martin Candinas zur Einsicht zur Verfügung gestellten Urteil hervorgeht, hat die Tessiner Arge die Arbeiten für rund 317 000 Franken jährlich offeriert, die bisherige Arge liegt mit gut 536 000 Franken auf dem zweiten Platz. In der Bewertung aller relevanten Kriterien erhielt Edelweiss fast 93 Punkte gegenüber gut 71 bei den Rekurrenten.
Im Urteilstext hält nun das Verwaltungsgericht fest, die zahlreichen Rügen der Beschwerdeführenden – unter anderem wurde auch angeführt, die Arge Edelweiss habe ein unzulässiges Unterangebot eingereicht und es hätten unzulässige Absprachen stattgefunden – würden sich allesamt als unbegründet erweisen. Das Angebot der Arge Edelweiss und der Vergabeentscheid des Vereins Pro Lucmagn seien rechtens. (jfp)