Kaum Änderungen für Davoser Mittelschulen
Denn ein Gutachten war zum Schluss gekommen, dass das gegenwärtig praktizierte Aufnahmeverfahren mit kantonaler Aufnahmeprüfung und Berücksichtigung der Übertrittsnoten den chancengerechten Zugang zu einer Mittelschule ausreichend gewährleistet.
Zwei kleine Änderungen gibt es aber dennoch, wie die Regierung erklärt: «Um jedoch eine einheitliche und chancengerechte Prüfungsvorbereitung sicherzu-stellen, werden die Schulträgerschaften der Volksschule neu dazu verpflichtet, ab Schuljahr 2023/24 an sämtlichen Schulstandorten für alle interessierten Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse der Primarschule und der zweiten und dritten Klasse der Sekundarschule unentgeltliche Möglichkeiten zur Prüfungsvorbereitung anzubieten. Zudem soll bei der Aufnahmeprüfung in die dritte Gymnasialklasse und die erste Klasse der Handels- und Fachmittelschule die Übertrittsnote künftig ein mit der Auf-nahmeprüfung in die erste Gymnasialklasse vergleichbares Gewicht erhalten. Dadurch kann ein potenziell negativer Einfluss der Tagesform am Prüfungstag verringert werden.»
Davoser Rektoren nicht überrascht
Die beiden Davoser Mittelschulrektoren Severin Gerber (SAMD) und Urs Winkler (SSGD) sind sich einig, dass man keine gravierenden Auswirkungen erwarte. «Der Ergebnisse des Berichts und damit auch der Entscheid der Regierung waren in dieser Art zu erwarten», teilt Gerber auf Anfrage der DZ mit. Winkler meint zudem: «Wir erachten den Entscheid der Regierung basierend auf dem Gutachten Eberle als nachvollziehbar und sinnvoll».
Was die Prüfungsvorbereitung anbelange, so arbeite die SAMD bereits in stetem Austausch und gut mit der Volksschule zusammen, erklärt Gerber. Und Winkler sagt: «Die obligatorisch anzubietenden Vorbereitungskurse begrüssen wir. Inwiefern sie zu einem besseren Prüfungsresultat der einzelnen Schülerinnen und Schüler führen, ist für uns nicht absehbar.»
In Davos schon länger so geplant
Keine Freude an den künftig von den Volksschulen zu organisierenden Prüfungsvorbereitungen hat hingegen der Verband Lehrpersonen Graubünden. Wie es in einer am Dienstag verschickten Medienmitteilung heisst, seien die Lehrpersonen sind schon heute stark gefordert, jedoch sollen gemäss der Regierung für die Vorbereitungskurse keine zusätz-lichen Unterrichtsgefässe ausserhalb des Regelunterrichts eingeführt werden.
Bei der Volksschule Davos jedoch ist man bereits an einem anderen Punkt. Hauptschulleiter Martin Flütsch sagt gegenüber der DZ: «Genau das, was die Regierung nun kommunizierte, wurde bei uns in Davos schon vor einem Jahr festgehalten». Konkret habe man für die Vorbereitung des Übertritts ins Untergymnasium für die Schulkreise Dorf und Platz pro Klasse je eine halbe Lektion gesprochen, effektiv werde aber während eines halben Schuljahres eine ganze Lektion unterrichtet. Für den Schulkreis Unterschnitt bestehe das Ziel, analoge Lösungen zu haben, aber aufgrund der verschiedenen Standorte müsse jeweils jährlich angeschaut werden, wie die Pensen vergeben werden.