Auffahrt: Ein Feiertag für Besinnung, Bewegung und Begegnung
Auffahrt ist einer von vier nationalen Feiertagen. Die spirituelle Seite findet weiterhin in Gottesdiensten, mit Umritten und Wallfahrten statt. Die grosse Mehrheit nutzt das lange Wochenende für Ausflüge.
Im kirchlichen Kalender markiert die Auffahrt 40 Tage nach Ostern die Aufnahme von Jesus Christus in den Himmel. Am Karfreitag ist nach christlichem Glauben der Sohn Gottes am Kreuz gestorben und am Ostersonntag finden Frauen sein leeres Grab vor.
Der Auferstandene erscheint seinen Freundinnen und Freunden und lebt noch vierzig Tage auf der Erde, bevor er vor seinen Jüngern in den Himmel hinauffährt. Zehn Tage danach feiern Christinnen und Christen das Pfingstfest.
Ausfahrt, Umritt, Wallfahrt
An und um Auffahrt gibt es in der Schweiz verschiedene Bräuche. Im luzernischen Beromünster beginnt der Auffahrtsmorgen bereits früh: Um halb sechs Uhr setzt sich die Prozession bei der Pfarrkirche von Beromünster in Bewegung. Vorne Kreuz, Fahnen, Reitermusik, Behörden und Priester, alle zu Pferd, gefolgt vom Fussvolk.
18,5 Kilometer misst die Strecke, die die Prozession zurücklegt. Eingeführt wurde der älteste Auffahrtsumritt in Beromünster um 1509 – dabei ging es um die Abwehr des Bösen und um die Segnung der Äcker. Umritte gibt es aber auch noch in anderen Luzerner Gemeinden, beispielsweise in Hitzkirch und Sempach.
Im Baselbiet wird seit Jahrhunderten der Banntag begangen. Jeweils am Montag vor Auffahrt läutet die Banntagsglocke beim Stadttor hunderte von Männern zusammen – allesamt bekleidet mit Hut und «Maie», wie der Blumenschmuck an der Krempe genannt wird.
Vier sogenannte Rotten laufen jeweils eine Etappe der Gemeindegrenze ab. Später, beim «Znünihalt», genehmigen sich die durstigen Wanderer einen «Muff» – ein Vierdeziliterglas mit Wein. Der Banntag war einst sowohl eine religiöse Zeremonie als auch eine Kontrolle der Grenzen. Bauern pflegten den Gang durch die Felder, um für Segen und Fruchtbarkeit zu beten. So wird der Banntag in Liestal und Sissach auch noch heute mit Rotten und Flintengeknalle begangen.
Im Vordergrund steht inzwischen nicht mehr die Grenzkontrolle, sondern das Kennenlernen der Heimat. Der Liestaler Banntag war aber auch immer wieder ein Politikum. So führt der Schiesslärm immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten.
Ausflüge ins Grüne haben Tradition
Für die meisten Menschen markiert der freie Donnerstag den Auftakt zu einem langen Wochenende. Ob im Auto, am Bahnhof oder Flughafen – an Auffahrt müssen Ausflüglerinnen und -ausflügler Geduld beweisen, denn das Wochenende gehört traditionsgemäss zu den verkehrsreichsten Tagen des Jahres.