Asteroiden-Abwehr: Mission mit Berner Beteiligung erreicht Ziel
Vier Jahre nachdem eine Nasa-Sonde im ersten Crashtest zur Planetenverteidigung den Asteroiden-Mond Dimorphos rammte, erreicht Europas Raumsonde Hera den Tatort. Nun beginnt die Spurensicherung: Heras Daten sollen klären, welche Spuren der Treffer hinterlassen hat.
«Das Resultat wird eine bessere Grundlage bieten, um zu wissen, wie viel Energie und Impuls man benötigt, um einen Asteroiden einer bestimmten Masse abzulenken», sagt der an der Mission beteiligte Astrophysiker Martin Jutzi von der Universität Bern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Damit kann man dann eingrenzen, wie effizient man einen Asteroiden tatsächlich abwehren kann, wenn man in ihn hineinfliegt.»
Die Raumsonde Dart der US-Raumfahrtagentur Nasa war im September 2022 mit einer Geschwindigkeit von rund 6,1 Kilometern pro Sekunde – knapp 22'000 Kilometern pro Stunde – in Dimorphos gekracht. Dieser rund 160 Meter grosse Himmelskörper kreist wie ein Mond um den grösseren Asteroiden Didymos. Der gezielte Einschlag verkürzte die Umlaufzeit von Dimorphos von elf Stunden und 55 Minuten auf rund elf Stunden und 22 Minuten – eine Veränderung um etwa 33 Minuten.
Was aber nach wie vor unklar ist: Wie stark hat der Einschlag Dimorphos als Ganzes verändert, und wie effizient wurde die Bewegungsenergie der Sonde auf den Asteroiden übertragen? Um diese Fragen zu beantworten, ist die Raumsonde Hera im Oktober 2024 zum Asteroidensystem aufgebrochen, das bei ihrer Ankunft rund 195 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist.
Daten können erhoben werden.
Nun nähert sich Hera ihrem Ziel an. Das Bremsmanöver ist vergangene Woche gestartet. «Für die Mission ist die Ankunft eine anspruchsvolle Phase», sagt Jutzi. Die Annäherung erfordere fein abgestimmte Manöver.