Arno Lietha möchte bei der Premiere eine Show abliefern
Zum ersten Mal steht 2026 das Skitourenrennen, auch Ski Mountaineering genannt, im olympischen Programm. Im Sprint zählt der Bündner Arno Lietha zu den ersten Spezialisten.
Arno Lietha fokussierte sich bereits auf den Sprint, als noch nicht absehbar war, dass diese Disziplin eines Tages olympisch werden würde. Mit einer «guten Nase» oder weiser Voraussicht hatte das jedoch wenig zu tun, es war vielmehr ein pragmatischer Entscheid. Anfangs habe er noch alle Disziplinen bestritten, sagt der 27-Jährige. «Mit der Berufsmatura und später der Weiterbildung fehlte mir schlicht die Zeit. Da musste ich mich auf jene Disziplin konzentrieren, in der ich am stärksten war.»
Lietha absolvierte eine Lehre als Polymechaniker und bildete sich später an der Höheren Fachschule zum Agrotechniker weiter. Sein Ziel ist es, dereinst den elterlichen Biohof zu übernehmen. Derzeit arbeitet er vor allem in den Sommermonaten an den steilen Hängen des Maiensässes, während er sich im Winter ganz auf den Sport konzentriert.
Dass er früh auf den Sprint setzte und 2019 Weltmeister wurde, kommt ihm nun zugute: Lietha sicherte sich einen der lediglich zwei Männer-Startplätze in Bormio. Die Empfehlungen fielen dem Verband nicht leicht. Die Schweiz gehört zu den stärksten Nationen im Skimo, kurz für Ski Mountaineering, und es gab mehrere Kandidaten mit Medaillenchancen. «Dass ich hier dabei sein darf, ist ein Traum, der in Erfüllung geht», sagt Lietha.
Prominenter Abwesender
Bis etwa zum 16. Lebensjahr war Lietha noch im Ski alpin aktiv und bestritt nationale Rennen, ehe er zum Skimo wechselte. Durch seine frühe Spezialisierung erlebte er hautnah mit, wie sich die Disziplin in den vergangenen Jahren verändert hat. Spätestens seit dem Entscheid von 2021, Ski Mountaineering ins olympische Programm aufzunehmen, ist das Niveau rasant gestiegen. Immer mehr Athletinnen und Athleten fokussierten sich angesichts der vielleicht einmaligen Chance auf den Sprint – jedoch nicht alle.