Arbeiten am baufälligen Flugplatz Samedan GR weiter blockiert
Mehr als ein Jahr nach dem Ja der Bevölkerung zum Erneuerungsprojekt für den Flugplatz Samedan (GR) kommt die 68,5-Millionen-Franken-Baustelle nicht vom Fleck. Eine hängige Beschwerde beim Bundesgericht blockiert die Arbeiten.
«Wir müssen ehrlich sein: Wir haben es hier mit einer Ruine zu tun.» Mario Cavigelli, Präsident der Verwaltungskommission der Infra – der Eigentümerin der Flugplatzinfrastruktur –, nimmt kein Blatt vor den Mund, um den auf 1707 Metern über Meer gelegenen Flughafen zu beschreiben.
«Insofern wird es jetzt wirklich notwendig, einen Kurswechsel vorzunehmen», erklärte Cavigelli am Dienstag im Anschluss an die Sitzung der Flughafenkonferenz, dem politischen Entscheidungsorgan. Sollten derzeit infrastrukturelle Probleme bestehen, werden diese nur sehr zurückhaltend behoben – in dem Wissen und in der Hoffnung, dass die Infrastruktur bald vollständig erneuert wird.
Der Flugplatz Samedan aus dem Jahr 1938 hat eine Sanierung dringend nötig. Am 17. August 2025 hatten über 54 Prozent der Stimmberechtigten der elf Oberengadiner Gemeinden das Erneuerungsprojekt für die Infrastruktur angenommen. Es sieht den Bau von zwei neuen Betriebsgebäuden mit einem Flugzeughangar, die Erweiterung und Sanierung des Vorfelds, einen Tower mit 360-Grad-Sicht sowie einen Sicherheitszaun vor. Doch bislang sind die Bauarbeiten noch nicht angelaufen.
Eine noch hängige Beschwerde
Auslöser der Blockade ist eine Beschwerde, die eine Aufhebung der Volksabstimmung vom 17. August 2025 fordert. Das Bundesgericht hat sich zwar zur aufschiebenden Wirkung geäussert, nicht aber zur materiellen Beurteilung der Beschwerde selbst. Konkret verlangte die beschwerdeführende Partei, dass bis zum definitiven Entscheid sämtliche Umsetzungsmassnahmen gestoppt werden – insbesondere die Detailplanung sowie die Kreditfreigaben für die zweite Etappe der Arbeiten. Der Start der angefochtenen Arbeiten bleibt daher an den Schlussentscheid des Bundesgerichts gebunden.