Antreten unter starker Konkurrenz
Es war für alle ein toller Tag: Für die aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland angereisten Islandpferdereiter mit ihrer Begleitung, für die rund 80 Islandpferde – den kleinen Pferden aus dem eisigen Norden wird nachgesagt, sich auf Eis und Schnee besonders wohlzufühlen – und natürlich für die in grosser Zahl erschienenen Zuschauer. Für die Ersteren gab es eine der sehr seltenen Startmöglichkeiten auf Eis, für die Letzteren einen Tag in besonderer Atmosphäre mit einem attraktiven Showprogramm. Dieses beinhaltete nachmittags den Auftritt der vor Spielfreude nur so strotzenden Schweizer Pop-Band Baba Shrimps. Die Musiker verstanden es, das Publikum mit Feuer und Herzblut abzuholen. Für zwei Songs wagte sich deren Sänger sogar auf das Pferd und Eis. Zusammen mit den jungen Frauen von «Hestaleikhús» und ihren acht Islandpferden wurde er Teil ihrer Freiheitsdressur. Während der geführten Quadrille mit ihren komplizierten Figuren «klebten» die Pferde auch ohne Strick förmlich an ihren Führerinnen.
Hauptattraktion waren allerdings die ab Mittag über mehrere Qualifikationsrunden ausgetragenen Gangpferdeprüfungen. Sie waren ausgeschrieben sowohl für Kaderreiter – hier nutzten unter anderem Welt- und Schweizer Meister die Gelegenheit – als auch für ambitionierte Freizeitreiterinnen. Dem besonderen Untergrund geschuldet war allerdings, dass auf das Zeigen und Bewerten der Gangarten Schritt und Galopp verzichtet wurde. Umso spektakulärer anzusehen waren dafür die Darbietungen in den Spezialgangarten Tölt und Rennpass.
Weltspitze und Basissport gemeinsam
Dabei gelangen dem in Deutschland wohnhaften Isländer Styrmir Árnason gleich zwei Siege mit seiner Stute Inga frá Svalbarðseyri. Er hatte sowohl bei der Darbietung von Tempovarianzen im Tölt wie auch in einer Prüfung, die Tölt in der Kombination mit der Grundgangart Trab verlangte, die besten Noten erhalten. Hinter ihm klassierte sich jeweils die Flimserin und Reiterin im Schweizer Nationalkader, Flurina Barandun, mit Askur frá Finnsstaðaholti. Eine Disziplin, die vor allem die Harmonie zwischen Ross und Reiter abfragt – geprüft wird dies durch das Durchhängen-Lassen der Zügel, während das Pferd taktklar und in natürlicher Form und Haltung laufen soll, lieferte beeindruckende Bilder und den Sieg für Lisa Staubli aus Horgen bei Zürich und ihre 13-jährige Stute Viðja frá Feti.
Das beste Paket aus Tölt, Trab und Rennpass, der fünften Gangart der Islandpferde, bei der sich im hohen Tempo sogar eine Flugphase einstellt, schnürte der aus Baden-Württemberg angereiste Jens Füchtenschnieder mit seinem 2011 auf Island geborenen Hengst Börkur frá Efri-Rauðalæk. In den beiden Disziplinen der Freizeitklasse feierten unterdessen Jessica Zeidler auf Elja frá Blesastöðum und Grit Rüedi mit ihrer 2011 in der Schweiz gezogenen Stute Samba vom Pfannenstiel schöne Erfolge. Auch viele junge Reiter zeigten starke Leistungen. Darunter die Einheimische Andrina Meisser – Tochter von OK-Präsidentin Franziska Meisser – die mit ihrem Valiant frá Forsæti in der Eistöltprüfung für Freizeitreiter bis in den Final gelangte und dort als 8. und beste Juniorin abschloss. Dominique Zimmermann aus Grüsch wurde beim Eisfünfgangpreis mit Kvikur von Hagenbuch Vierte. Auch aus Grüsch, aber nicht ins Finale kam Selina Gujan. Ihr reichte es zu einem 10. und 20. Rang in der Ausscheidung.