Amsterdam: Riesenstreit um Frittenbude
Goldgelbe Fritten, darüber dicke weisse Trüffelmayonnaise und ein Riesenberg Parmesan. Das ist der Renner bei Fabel Friet in Amsterdam. Aus aller Welt kommen die Kunden und nehmen für die Luxus-Kartöffelchen lange Wartezeiten in Kauf. In der Hochsaison mehr als eine Stunde.
«Die sind lecker», sagt der 14-jährige Johann aus Plauen in Sachsen und steckt sich eine weitere Pommes in den Mund. «Und die machen wirklich satt.» Johann ist mit seiner ganzen Familie in Amsterdam. Der Fritten-Tipp kam von TikTok.
Soziale Medien wie TikTok und Instagram haben Fabel Friet seit 2022 zu einem absoluten Hotspot für Touristen gemacht. Amsterdamer wundern sich und sprechen von «Massenhysterie mit Mayo».
Mit dem Ruhm kamen die Ratten
Doch mit dem Ruhm begann der Ärger. Anwohner klagen seit Jahren bei der Stadt über Müll, lange Warteschlangen, Möwen, Ratten. Als im Frühjahr die Genehmigung erneuert wurde, zogen die Bewohner vor Gericht. Sie wollen, dass der Verwaltungsrichter den Laden schliesst.
Die hippe Snackbar ist in einer der populären «Negen Straatjes», der neun kleinen Strässchen. Diese sind bei Touristen wegen der hippen Boutiquen, Bars und Cafés überaus populär. Doch es sind eben Strässchen mit sehr schmalen Bürgersteigen.
Die Warteschlangen reichen oft bis weit über die Keizersgracht hinaus. Kunden essen auf den Treppen vor Wohnhäusern, vor Schaufenstern oder auf der Strasse. Oft ist es so voll, dass Fahrräder und Autos nicht mehr durchkommen.
«Alles dreht sich um Fritten»
«Alles dreht sich hier um die Fritten», sagte Anwohner Niek van der Heijden vor Gericht. «Letztes Jahr war bei Fabel Friet eine Stromstörung. Man merkte sofort, welche Folgen das hatte. Wenn sie nicht da sind, ist es viel angenehmer.» Marita Hendricks klagt über die «Touristenfalle», die für «den Verfall des Viertels, Gefahren im Verkehr und die Möwen- und Rattenplage» sorge.