Ambri-Piotta setzt auf Jugend, Konsequenz und Demut
Ambri-Piotta ist gut in die Saison gestartet, doch von Euphorie will niemand etwas wissen. Die Verantwortlichen verfolgen ihren Weg konsequent weiter, mit einem klaren Plan und viel Demut.
Die Erwartungen waren nach dem 5:3-Derbysieg am Samstag in Lugano entsprechend hoch, umso grösser war die Ernüchterung der heissblütigen Fans der Biancoblu nach dem 0:3 gegen Davos am Dienstag. Dennoch kann Ambris Saisonstart mit elf Punkten aus sieben Partien als gelungen bezeichnet werden.
Darauf angesprochen, antwortet Sportchef Lars Weibel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Wir sind demütig, lassen uns nicht blenden.» Klar sei es ein guter Saisonstart, «aber wir müssen noch viel lernen, das Puckmanagement ist noch nicht so, wie es sein sollte, wir bringen uns immer noch selber in Schwierigkeiten.»
Weibel arbeitete zuvor sehr erfolgreich während sieben Jahren bei Swiss Ice Hockey als Direktor Sport – in seiner Amtszeit verbesserte sich das Männer-Nationalteam in der Weltrangliste vom 8. auf den 1. Platz und holte dreimal WM-Silber. Nun hat sich der 52-jährige frühere Topgoalie bei Ambri einer neuen Herausforderung verschrieben.
Die Jugend als Zukunft
Weibel ist sich bewusst, dass die Herausforderung gross ist. Der Dorfverein ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, muss sparen, denn es gilt, nebst den Hypotheken für die im September 2021 eröffnete Gottardo Arena auch den erhaltenen Covid-Kredit zurückzuzahlen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass die Leventiner das jüngste Team der Liga stellen. Für sie gibt es keinen anderen Weg, als auf Talente zu setzen und diese zu fördern – im Wissen, dass die Besten mittelfristig zu finanzkräftigeren Klubs wechseln werden. «Das müssen wir akzeptieren», sagt Weibel, «das ist die einzige Chance, dass dieser Verein sportlich und wirtschaftlich überleben kann.»