«Am Schluss war die Leistung einfach nur noch peinlich»
Der Auftritt von Bern im entscheidenden Spiel um die Playoff-Qualifikation bei den Rapperswil-Jona Lakers zum Ende einer Ära wirft viele Fragen auf – dementsprechend gross ist die Kritik.
Die Berner Fans liessen ihrem Unmut nach dem desolaten Ausscheiden gegen die Lakers in der zweiten Play-In-Runde freien Lauf. «Hinterfragt euch, ob ihr dem Logo noch würdig seid. Die Saison war Scheisse», schrieben sie auf einem Transparent. Auf einem weiteren stand: «Als Spieler top, als Sportchef flop! Wer wird die nächste Träne im Sportchef-Karussell?» Dass sie diese Botschaften schon im Voraus vorbereitet haben, sagt einiges aus.
Doch was sie dann von ihren Lieblingen zu sehen bekamen, damit hatten wohl die grössten Pessimisten nicht gerechnet. Was die Berner nach der ersten Pause zeigten, war erschreckend – umso mehr angesichts der Wichtigkeit der Partie. Sportdirektor Martin Plüss sagte dazu: «Das erste Drittel fand ich okay. Das zweite war überhaupt nicht gut, und im dritten ist auch keine Steigerung mehr erfolgt. Ausscheiden ist das eine, jedoch ist die Art und Weise enttäuschend.»
Verständnis für Frustration
Am 19. Dezember lag der SCB noch auf dem zweitletzten Platz – und musste das Schlimmste befürchten. In der Folge gewann er neun der nächsten zwölf Partien und schien auf Erfolgskurs zu sein. In den letzten elf Spielen der Qualifikation gab es dann aber nur noch drei Siege. Dennoch erhielten die Berner die Möglichkeit, im Play-In die Saison noch zu retten. In der ersten Runde zeigten sie im zweiten Duell gegen Biel (4:0) eine der besten Leistungen der Saison. Danach titelte der «Blick»: «Starten die Berner jetzt wieder zum Meistertitel durch?» Es blieb bei einem kurzen Strohfeuer.
Das stört Plüss enorm: «Wir arbeiteten uns nach oben, es wäre alles noch möglich gewesen, und dann holen wir zu wenig aus uns heraus.» Zur Kritik an seiner Person sagt er: «Es herrscht freie Meinungsäusserung, ich verstehe jegliche Frustration. Ich bin in der Gesamtverantwortung für den Sport, und dieser stelle ich mich.»