Alle Augen auf Pogacar und Vingegaard gerichtet
Seit fünf Jahren dreht sich an der Tour de France praktisch alles um das Duell zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard. Vieles deutet darauf hin, dass sich daran auch in heuer nichts ändern wird.
Die Geschichte der Tour de France lebt von grossen Rivalitäten: Gino Bartali gegen Fausto Coppi, Raymond Poulidor gegen Jacques Anquetil, Greg LeMond gegen Laurent Fignon oder Andy Schleck gegen Alberto Contador. Doch keine dieser Duelle prägte die Grande Boucle derart konsequent wie jenes zwischen Pogacar und Vingegaard. Seit 2021 belegen die beiden Ausnahmekönner ausnahmslos die ersten beiden Plätze der Gesamtwertung – ein Novum in der 123-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt.
2021 gewann Pogacar seine zweite Tour vor Vingegaard. Der Däne revanchierte sich mit den Gesamtsiegen 2022 und 2023, ehe der Slowene 2024 und 2025 zurückschlug. Der Drittplatzierte lag dabei jeweils mehr als neun Minuten zurück – ein Ausdruck der Überlegenheit des Duos.
Ungetrübte Vorbereitung bei beiden
Auch in diesem Jahr gelten Pogacar und Vingegaard als die klaren Favoriten. Erstmals seit 2022 starten beide ohne grössere gesundheitliche Rückschläge in die dreiwöchige Rundfahrt.
Pogacar war 2023 nach einem Handgelenkbruch in der Vorbereitung gehandicapt. 2024 fehlte Vingegaard nach seinem schweren Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt die nötige Rennhärte, und 2025 erlitt der Däne bei Paris-Nizza eine Gehirnerschütterung.
«Es ist drei Jahre her, seit ich die Tour gewonnen habe. Seitdem musste ich einige Rückschläge verkraften. Es hat Zeit gebraucht, bis ich wieder ganz der Alte war. Jetzt fühle ich mich sogar stärker als zuvor», sagt Vingegaard.
Vingegaard peilt das Giro-Tour-Double an
Tatsächlich erlebt der Captain des Teams Visma-Lease a Bike die erfolgreichste erste Saisonhälfte seiner Karriere. Zwölf Siege stehen bereits zu Buche. Nach dominanten Erfolgen bei Paris-Nizza und der Katalonien-Rundfahrt gewann er auch den Giro d'Italia eindrücklich, inklusive fünf Etappensiegen. Damit wurde er erst der achte Fahrer der Geschichte, der alle drei Grands Tours gewinnen konnte.