Phase Grün in Brienz, Betretungsverbot bleibt
Durch Starkniederschläge im Juli, August und September kam es zwar zu vorübergehenden Beschleunigungen sowie zu vermehrten Blockschlägen und Felsstürzen. Diese blieben aber allesamt in der Geröllhalde liegen, und die Geschwindigkeiten normalisierten sich jeweils rasch wieder. Der Frühwarndienst sieht im Moment keine Gefahr, dass es innerhalb einer Frist von einigen Wochen wieder zu einem grösseren Ereignis kommen könnte, das eine Mobilisierung des Gemeindeführungsstabs sowie Sicherheitsmassnahmen, wie etwa eine erneute Evakuierung, verlangen würde. Der Gemeindeführungsstab, der seit Frühling durch die akute Lage führte, wird nun wieder zu einem Vorsorgestab.
Betretungsverbot bleibt vorerst unverändert
Das Dorf ist also wieder bewohnt. Es besteht keine unmittelbare Gefahr im Siedlungsraum. Dennoch heisst es für die Bewohnenden: «Informieren Sie sich regelmässig über den Brienzer Rutsch und die Gefahrenlage. Befassen Sie sich mit einer möglichen erneuten Evakuierung.» Damit entspricht die Situation nun wieder derjenigen vor Ostern. Einzig das seit 4. Juli geltende Betretungsverbot der Phase Gelb bleibt bis auf Weiteres bestehen. Die Wege im Steinschlaggebiet oberhalb der Gemeinde Brienz bleiben weiterhin gesperrt. Zurzeit läuft eine neue Modellierung möglicher Gefahren. Sie wird zeigen, ob eine Verkleinerung dieses Sicherheitsperimeters zu vertreten ist. Aufgrund dieser Analyse wird der Gemeindevorstand entscheiden, wo ein künftiges Betretungsverbot gelten soll.
Wiederherstellung Brienzer Strasse
Das Tiefbauamt Graubünden führt seit dem Sommer Abklärungen durch, wie die Brienzer Strasse zwischen Brienz/Brinzauls und Lantsch/Lenz – die eine wichtige Verbindung zwischen Davos und Lenzerheide darstellte – wiederhergestellt werden kann. Die Kantonsstrasse wurde in der Nacht vom 15. Juni so tief verschüttet, dass sie westlich von Brienz/Brinzauls voraussichtlich auf einer geänderten Linienführung neu gebaut werden muss. Die Abklärungen sind umfassend und werden einige Zeit dauern. Sie müssen sicherstellen, dass eine neue Linienführung langfristig sicher betrieben werden kann. Die Gemeinde ist an einer Wiederherstellung sehr interessiert. Sie wird vom Tiefbauamt regelmässig über den Stand der Abklärungen informiert und wird sich in die späteren Projektierungsschritte einbringen können.