Graubünden schaut hin und unterstützt Kampagne
Jeweils vom 25. November bis 10. Dezember finden die internationalen Aktionstage gegen Gewalt statt. Auch der Kanton Graubünden möchte dieses Jahr ein Zeichen gegen häusliche Gewalt und gegen Gewalt an Frauen setzen. Wie es in einer Mitteilung heisst, machen der Kanton und verschiedene Organisationen gemeinsam mit Veranstaltungen und Aktionen auf diese Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. Koordiniert werden die Aktionstage von der kantonalen Koordinationsstelle Häusliche Gewalt. Diese setzt sich in Graubünden für die umfassende und professionelle Zusammenarbeit sämtlicher Behörden und Institutionen ein, die im Bereich häuslicher Gewalt tätig sind.
Definition häusliche Gewalt
Alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnerinnen bzw. Partnern vorkommen. Unabhängig davon, ob der Täter beziehungsweise die Täterin denselben Wohnsitz wie das Opfer hat oder hatte.
Laut Kanton ist häusliche Gewalt vielschichtig und kennt keine Grenzen, weder in geografischer und kultureller Hinsicht noch in Bezug auf das soziale Umfeld, die Formen oder das Ausmass. Häusliche Gewalt zeige sich in verschiedensten Beziehungskonstellationen wie beispielsweise Gewalt zwischen Geschwistern oder in Paarbeziehungen. Täglich seien Frauen, Männer und Kinder häuslicher Gewalt ausgesetzt, heisst es weiter. Im Jahr 2019 gab es schweizweit 19'669 polizeilich bekannte Straftaten in diesem Bereich. Dabei verloren 29 Menschen ihr Leben, darunter waren neun Kinder.
Graubünden leuchtet wieder orange
Die Aktionstage starten morgen Mittwoch mit dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Dann werden wie bereits im letzten Jahr verschiedene Gebäude im ganzen Kanton orange beleuchtet, was die Gewalt an Frauen symbolisch sichtbar machen soll. Zudem sollen mit dem Slogan «Schau hin» die Öffentlichkeit und Fachpersonen sensibilisiert werden, hinzuschauen, Anzeichen wahrzunehmen und Hilfe zu vermitteln. Weiter heisst es in der Mitteilung, es würden Beratungs- und Hilfsangebote in Graubünden bekannt gemacht, damit Betroffene einen einfacheren Zugang hätten und Mut erhielten, sich Hilfe zu suchen.