Aktion für Tempo 30 in Chur
Am Freitagmorgen sah die Masanserstrasse in Chur auf der Höhe Naturmuseum etwas anders aus als gewohnt. Mit der Aktion «Tempo in Chur» wollte der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) Graubünden auf die Vorteile von Tempo-30-Zonen aufmerksam machen und fordert, dass die Verkehrswende in Chur schneller vonstatten gehen soll. Dafür haben Aktivistinnen und Aktivisten links und rechts von der Strasse Tempo-30 Fahnen befestigt.
«Andere Städte wie St. Gallen, Basel-Stadt, Winterthur und Zürich haben den Schritt gewagt», schreibt der VCS in einer Mitteilung. Auch in Lausanne und Bern gelte schon lange Tempo 30 in den Wohnquartieren. Lärmsanierung durch Temporeduktion sei dort zur Pflicht geworden. Die Aktion in Chur soll dasselbe bewirken.
Jetzt sind die Politikerinnen und Politiker am Zug.»
Zitiert aus Medienmitteilung, Verkehrs-Club Schweiz
Der Bundesrat hat ab 1. Januar 2023 das Verfahren für Tempo-30-Zonen schweizweit vereinfacht. So müssen laut VCS für Quartierstrassen keine langwierigen und kostspieligen Gutachten mehr erstellt werden. Nun werde auch in Chur das «Gesetz für einen menschen- und umweltfreundlichen Stadtverkehr» aus dem Jahr 1989 umgesetzt und das soll möglichst rasch geschehen. «Jetzt sind die Politikerinnen und Politiker am Zug», meint der VCS.
Weniger Unfälle und Lärm
Wie der VCS schreibt, profitieren vor allem Fussgänger, Velo- und Töfffahrer von Tempo 30. Unter anderem liesse sich nach Berechnungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung die Zahl der über 1900 Unfallopfer auf den Schweizer Strassen durch Tempo 30 mindestens halbieren. Die Autofahrer seien zudem mit Tempo 30 schneller am Ziel, weil der Verkehr dadurch reguliert werde und es zu weniger Stau komme. Ein weiteres Thema ist die Lärmreduktion: Durch eine Temporeduktion von 50 auf 30 km/h nimmt der Lärm um drei Dezibel ab. Das entspreche in der akustischen Wahrnehmung einer Halbierung des Verkehrs, so der VCS. (red)