«Aifach gspunna», die vielfältigen Themen der Session
Die Session wurde durch Standespräsident Tarzisius Caviezel (FDP Davos) mit einem Rückblick auf die Eröffnungsfeier der Olma. Es sei «aifach gspunna», mit wie viel Begeisterung und Engagement alle Beteiligten den Kanton Graubünden in all seiner Vielfältigkeit präsentierten. Er wünschte sich vom Parlament, dass dieser positive Geist auch im Grossen Rat wehen möge: Ehrlich und offen in der Auseinandersetzung, aber humorvoll und stets bereit, Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Einsprache-Recht wurde gestrichen
Das teilrevidierte Natur-und Heimatschutz-Gesetz wäre eigentlich für die August-Session traktandiert gewesen, wurde aber auf den Herbst verschoben. Dies gab der Kommission Zeit, nochmals die Stimmung im Rat nachzufühlen. Es stellte sich heraus, dass eine breite Mehrheit nicht hinter dem neuen Gesetzesartikel gestanden hätte, worauf die Revision nochmals überarbeitet worden ist. Die Botschaft wurde nun komplett gekippt, und die ursprünglich zentrale Forderung nach einem Einspruchsrecht für die Grundeigentümer wurde gestrichen. Dafür soll ein neuer Artikel, von Mitte-Grossrat Reto Crameri (Alvaschein) initiiert, neu im Gesetz verankert werden, um die Hürde für die Aufnahme von Objekten ins Bauinventar höher zu legen. Nach ausführlichen Diskussionen wurde die Teilrevision mit 82:26 Stimmen befürwortet.
Das Fachhochschul-Zentrum Graubünden (FHGR) stösst auf viel Zustimmung
Mit dem traditionellen, spassigen Frühsport um 6.20 Uhr startete der zweite Sessionstag aktiv, und entsprechend hochkonzentriert ging es im Ratssaal weiter. Dass das Fachhochschul-Zentrum gebaut werden soll, war für alle klar. Trotzdem gab es diverse Fragen und zu klärende Punkte im Vorfeld der Session. Mitte-Grossrätin Seraina Mani (Davos), Vizepräsidentin der Vorberatungskommission, stellte in ihrem Eintretens-Votum deswegen auch klar, dass man ganz nach dem Motto der FHGR am Umzug der Olma 2022 «Über dem Nebel studiert sich's leichter» auch noch weiter denken könne: «Man studiert über dem Nebel nicht nur leichter, man hat auch einen grösseren Weitblick». Sie forderte ihre Ratskollegen deshalb auf, weitsichtig zu sein, sei doch eine Investition in die Bildung eine Investition in die Zukunft der Bündner Jugend. Das Projekt sei nachhaltig und zukunftsorientiert geplant. Durch die Zusammenarbeit mit diversen Forschungs-und Wirtschaftseinrichtungen in allen Regionen profitieren alle Bündner von diesem Fachhochschul-Zentrum. Am meisten zu reden gaben die Kosten, die zugegebenermassen mit 151 Millionen Franken hoch sind. Diese seien vonseiten der Projektmitarbeiter, der FHGR, wie auch vom Kanton (Hochbauamt) aber klar begründet, und alle Fragen, die vonseiten der Kommission aufgekommen waren, seien kompetent beantwortet worden, führte Grossrätin Mani aus. Die Vorberatungs-Kommission mit Präsident Roman Hug (SVP 5 Dörfer) sowie diverse andere Votanten aus allen Parteien stellten sich hinter das Projekt, sodass es einstimmig vom Rat (117:0) genehmigt wurde. Das letzte Wort hat nun im März 2023 die Bündner Bevölkerung.