Ab Dezember wird bei der RhB «geflügelt»
Mit 25 Capricorn-Triebzügen möchte die Rhätischen Bahn (RhB) am 29. Oktober im Rahmen eines Weltrekordversuches auf der Albulalinie den weltweit längsten Reisezug bilden. Nicht ganz so viele Kompositionen, nämlich zwei bis vier, sind es, die künftig am Stück durchs Prättigau fahren werden. Das Konzept der RhB sieht vor, diese zusammengeschlossenen Capricorns als einen Zug von Landquart nach Klosters Platz zu fahren. Dort wird der Zug in die zwei Züge aufgeteilt. Ein Zugteil fährt anschliessend nach St. Moritz, der zweite Zugteil nach Davos. In der umgekehrten Richtung werden die zwei Triebzüge in Klosters Platz wieder automatisch zusammengeschlossen und verkehren als ein Zug nach Landquart. Vorerst werden also nur die Kurse betroffen sein, die ‘20 ab Landquart fahren, respektive umgekehrt ‘26 ab Davos Platz (‘59 ab Klosters Platz). Wie Simon Rageth, Mediensprecher der RhB, auf Anfrage erklärt, wird ein Jahr später, ab Dezember 2023, auch die Linie Landquart-Davos/Scuol im «Flügel»-Betrieb abgewickelt. «Dann haben wir ab Landquart Halbstundentakt nach Klosters, wobei eine Halbstunde nach Scuol, die andere Halbstunde nach St. Moritz gefahren wird (und umgekehrt)».
RhB hat sich intensiv vorbereitet
Zwar sind Züge, die sich aufteilen, in der Schweiz keine Neuheit. Doch auf dem RhB-Netz kommt dieses Konzept nun erstmals zum Einsatz. Wie versucht man also zu verhindern, dass Fahrgäste in Landquart nicht in einen falschen Sektor einsteigen? Rageth führt aus: «Die RhB bereitet sich schon seit längerer Zeit darauf vor, angefangen mit Schulungen des gesamten Lokpersonals bis hin zu zahlreichen Tests mit den Fahrzeugen. Betreffend die Kundeninformation wurden schon im Sommer 2020 umfangreiche Testtage mithilfe einer Partnerfirma durchgeführt, indem Prototypen der Kundeninformation zum Einsatz kamen, welche im Anschluss optimiert wurden. Die entsprechende Kundeninformation in beispielsweise Landquart versuchen wir wiefolgt sicherzustellen: In der Online-App ist ein entsprechender Hinweis; in den SBB-Zügen wird mittels Durchsage darauf hingewiesen werden; in der Unterführung in Landquart versuchen wir eine erste Triage zu machen: rechts hoch nach Davos, links hoch nach St. Moritz; auf dem Perron werden bis Ende September die neuen Überkopfanzeiger montiert, welche die unterschiedlichen Destinationen anzeigen können. Und auf den Seitenanzeigern am Zug steht die Destination des entsprechenden Zuges.» In einer Startphase werde auch zusätzliches Personal eingesetzt auf dem Perron in Landquart und im Zug selbst. «Und falls dann ab Landquart trotzdem noch jemand im falschen Zug sitzt, besteht in Klosters noch eine letzte Chance, in den richtigen Zug einzusteigen. Trotzdem wird es natürlich eine Herausforderung werden, dies sicherzustellen.»