86 Personen in Davoser Asylzentrum in Quarantäne
In Davos musste ein Asylzentrum mit 86 Bewohnerinnen und Bewohnern in Quarantäne gestellt werden. Grund für die Quarantäne ist ein Corona-Fall einer Lehrperson in einer Schule in Cazis. Drei Jugendliche aus dem Davoser Asylzentrum gehen dort zur Schule. Sie wurden umgehend in Quarantäne gestellt, hatten sich aber mit dem Virus angesteckt, weshalb nun das ganze Haus unter Quarantäne steht.
Contact-Tracing nicht möglich
Normalerweise würde der Kanton unter diesen Umständen ein Contact-Tracing durchführen und nur die Personen in Quarantäne stellen, die direkten Kontakt mit den Infizierten hatten. Das sei in einem Asylzentrum wie Davos aber nicht möglich, wird der stellvertretende Kantonsarzt, Jörg Schneider, im Regionaljournal von SRF zitiert wird. Die Leute würden zu eng aufeinander leben, teilweise auch mehrere Personen in einem Zimmer.
Ausserdem gebe es zwar zwei Gebäude, aber nur eine Küche für alle Bewohnerinnen und Bewohner. «Die Kontakte dort drinnen sind so eng, dass es nicht möglich ist, engere von weiteren Kontakten abzugrenzen. Deshalb haben wir uns entschieden, das ganze Haus unter Quarantäne zu stellen», so Schneider gegenüber SRF.
Zuversicht beim Amt für Migration
Schneider zweifle daran, dass das Schutzkonzept unter diesen Bedingungen funktioniere und rechne mit weiteren Infizierten. Anders sieht das Marcel Suter, Leiter vom Amt für Migration und somit Zuständiger für das Asylzentrum in Davos. Wenn Menschen auf solch engem Raum miteinander leben, sei schon eine grössere Ansteckungsgefahr vorhanden. Bisher sei das Amt aber gut gefahren mit den Schutzmassnahmen. Sofern diese konsequent umgesetzt würden.