70. ESC: Die ersten Favoriten stehen im Finale
Die erste Schlacht des 70. Eurovision Song Contest von Wien ist geschlagen – und die prognostizierten gehören überwiegend auch zu den realen Gewinnern.
Das seit Monaten als Topfavorit gehandelte Führungsduo Finnland und Griechenland löste ebenso sein Finalticket wie Moldaus Partykracher. Aber auch Israel schaffte es in die nächste Runde, während Belgien die Buchmacher Lügen strafte und sich überraschend, aber zu Recht den Aufstieg sicherte.
Eröffnet wurde der erstmals vom Duo Victoria Swarovski/Michael Ostrowski moderierte Musikreigen standesgemäss von Moldaus Pop-Rapper Satoshi und seinem Partykracher «Viva, Moldova!» mit tanzenden Playmobil-Figuren als Hintergrundanimation. Damit war die Stimmung für den Abend gesetzt, die unmittelbar von der Schwedin Felicia aufgenommen wurde, die sich mit elektronischer Härte und wackelnder Stimme und «My System» ihr Systemupgrade sicherte.
Die nach wie vor als Spitzenreiter gesehene finnische Combo aus Violine und Stimme, Linda Lampenius & Pete Parkkonen, löste wie fix erwartet mit ihrer Melange aus elektronischem Dramapop und klassischen Violineinsprengseln sowie minimalistischer Inszenierung bei «Liekinheitin» das Finalticket.
Durchmarsch auch für Israel
Ohne Violine, dafür mit einer der besten Stimmen des Wettbewerbs, überzeugte Israels Kandidat Noam Bettan. Rau, markant und erotisch intoniert brachte «Michelle» einen Platz unter den Top Ten – ungeachtet der aufgeheizten Diskussion um Israels Teilnahme trotz des Gazakrieges und vereinzelter Zwischenrufe in der Halle.
Der letzte Startplatz bedeutete für die serbische Düsterrockband Lavina durchaus Glück oder zumindest einen Platz im Finale, auch wenn das depressivere «Kraj mene» nicht nach Glück klingt. Entgegen der Wettquoten wurde für Belgiens Kandidatin Essyla, die mit hartem Beat Pop modernen Zuschnitts lieferte, ihr «Dancing on the Ice» keine Rutschpartie, sondern ein sanftes Gleiten ins Finale.