5,5 Prozent des Schweizer Gletschereises sind im Sommer geschmolzen
Die Schweizer Gletscher haben diesen Sommer weitere 5,5 Prozent ihres Eises verloren. In den letzten fünf Jahren ist damit bereits fast ein Fünftel des gesamten Gletschereises in den Schweizer Alpen verschwunden.
Das zeigen die am Donnerstag veröffentlichten Messungen des Schweizerischen Gletschermessnetzes Glamos. «Es war ein Extremjahr für die Gletscher», sagte der Gletscherforscher und Leiter des Gletschermessnetzes Matthias Huss der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Nur im Jahr 2022 haben die Gletscher einen noch grösseren Anteil ihres Eises verloren als in diesem Jahr. Auf Gletscherzungen reduzierte sie sich über den Sommer teils um bis zu 10 Meter.
Die Eismassen starteten bereits mit einer äusserst dünnen Schutzschicht aus Schnee in den Sommer und schmolzen unter den extrem heissen Wetterbedingungen ungebremst ab. «Dass es zu einer solchen Häufung extrem schlechter Jahre für die Gletscher kommt, ist überraschend», so Huss. In den vergangenen fünf Jahren gehörten gleich vier Jahre zu den Abschnitten mit den höchsten Schmelzraten seit Beginn der Messungen. Der Eisverlust in diesem Fünfjahreszeitraum war damit fast doppelt so hoch wie in den fünf Jahren davor.
Über vier Jahre Wasser für die Schweiz
Geschmolzen sind 2,5 Kubikkilometer Eis – den Bielersee könnte man mit diesem Eisvolumen zweimal füllen. Schmilzt man dieses Eis, entstehen 2200 Milliarden Liter Wasser. Beim durchschnittlichen Schweizer Pro-Kopf-Verbrauch von 142 Litern pro Tag würde diese Wassermenge eine einzelne Person knapp 42 Millionen Jahre lang versorgen – oder die gesamte Schweizer Bevölkerung für etwa vier Jahre und acht Monate.