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Schweiz und Welt

3,75 Millionen für Brienzer Rutsch

Jano Felice Pajarola
04.03.2020, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Auch im laufenden Jahr sind wieder Sondierbohrungen im Gebiet des rutschenden Brienzer Bergs geplant. Gemäss dem jüngsten Informationsbulletin der Gemeinde Albula/Alvra sollen sie ein besseres Verständnis des Aufbaues und der Zusammensetzung der sich bewegenden Masse oberhalb von Brienz/Brinzauls ermöglichen, es sollen aber auch Rückschlüsse auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Rutschung am Berg und jener im Dorfgebiet möglich sein. Eine Interaktion der beiden Rutschungen wurde bis anhin weder gezielt erforscht noch messtechnisch nachgewiesen, wie es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung vom 20. März heisst. Der Perimeter der Untersuchungen umfasst deshalb die gesamte Grosshangbewegung vom Piz Linard bis zur Albula. Der dafür nötige Kredit, der der Versammlung unterbreitet wird, beläuft sich auf 3,75 Millionen Franken. Bund und Kanton haben Beiträge im Umfang von 90 Prozent zugesichert, drei Prozent trägt ausserdem das Tiefbauamt, zwei übernimmt die Rhätische Bahn, fünf verbleiben bei der Gemeinde.

Nach Vazerol oder Alvaneu Dorf

Die geplanten Untersuchungen werden sich grösstenteils auf die Geologie konzentrieren. Weiterhin intensiv unter die Lupe genommen wird aber laut Bulletin auch die Frage, welche Rolle das Wasser in der gesamten Rutschung spielt. Im Sommerhalbjahr soll zudem die Entwässerung im Gebiet der Maiensässe oberhalb des Rutschgebiets saniert werden.

Nach wie vor gilt als oberstes Ziel, Brienz/Brinzauls langfristig bewohnbar zu halten. Was aber, falls das Dorf irgendwann geräumt werden müsste? Die Gemeinde hat inzwischen die an Ein- und Zweitheimische versandten Fragebögen zu diesem Thema ausgewertet; der Rücklauf lag bei 70 respektive 84 Prozent. Das Ergebnis: Die meisten würden nach Vazerol umziehen wollen, ein kleinerer Teil nach Alvaneu Dorf. Seit Februar laufen in dieser Sache nun noch Einzel- und Gruppengespräche.

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