27 Millionen werden an die Versicherten ausgeschüttet
Dank einem hervorragenden Gewinn 2019 von 52 Millionen Franken hat die Verwaltungskommission der Gebäudeversicherung Graubünden (GVG) der Regierung einen einmaligen Prämienrabatt von 27 Millionen Franken beantragt. Dieser soll die Volkswirtschaft Graubünden in der Corona Krise stützen. Die Regierung hat diese Gewinnausschüttung an die Solidargemeinschaft der Versicherten bewilligt.
Damit kann ein Prämienrabatt auf den reinen Versicherungsprämien 2021 von 100 Prozent gewährt werden, wie die GVG in einer Mitteilung schreibt. Die Präventionsabgabe und die Abgabe für die Elementarschadenkasse Graubünden (ESK) wird jedoch vollumfänglich in Rechnung gestellt. Auf der gesamten Prämiensumme resultiert somit immerhin ein Rabatt von mindestens 65 Prozent auf den gesamten Abgaben an die Gebäudeversicherung und die Elementarschadenkasse.
Der zweithöchste Gewinn in der Geschichte
Nach dem letztjährigen Verlust von 18,40 Millionen resultiert 2019 mit 52,58 Millionen Franken der zweithöchste Gewinn in der Geschichte der GVG. Das positive Ergebnis sei alleine der Börse zu verdanken, denn die Schäden seien zum Teil stark über dem Budget gewesen, heisst es in der Mitteilung. So resultierte beispielsweise mit 15,89 Millionen Franken Feuerschäden eine Budgetüberschreitung von 2,8 Millionen Franken.
Die hohen Feuerschäden 2019 sind das Resultat einiger Grossbrände in Graubünden. Dazu gehören beispielsweise das Postautodeck in Chur, der Brände bei der Ems-Chemie, in Tomils und in Trun. Ausserdem mussten auch in diesem Jahr viele Schneedruckschäden bearbeitet werden. Finanziell seien viele dieser Schäden eher klein, heisst es in der Mitteilung. Deren Erfassung und Beurteilung seien aber oft sehr zeitaufwändig.
Die Rutsch-Situation in Brienz
Die intensive Rutschung des Dorfes Brienz machte bewusst, dass existenzbedrohende Totalschäden von der Gebäudeversicherung nicht gedeckt wären. Vollständig gedeckt sind aber jegliche Schäden aus Felssturz. Schäden aus permanenter Rutschung bleiben gemäss GVG auch in Zukunft genauso wie Bergdruck, Kriechschnee oder schlechter Baugrund nicht versichert. Wird ein Gebäude aber langjährig infolge intensiver permanenter Rutschung unbewohnbar, so sollen Totalschäden als Ausnahme im ganzen Kanton versichert und national rückversicherbar werden.