«Wir machten vieles sehr gut»
«Es war ein echt hartes Spiel», fasst Dennis Rasmussen wenige Minuten nach der Schlusssirene seine Eindrücke zusammen. «Wir erarbeiteten uns zahlreiche sehr gute Torchancen, zeigten als Mannschaft einen ausgezeichneten Teamgeist, kämpften hart und opferten unsere Körper. Ja, wir machten in der Tat vieles sehr gut.» Apropos Torchancen: Bereits nach 19 Spielsekunden kreuzte Enzo Corvi erstmals gefährlich vor Biels Torhüter Joren van Pottelberghe auf. Eine Minute später vergab Matej Stransky das 1:0. Das holte in der elften Minute Simon Knak, mit 20 Jahren der jüngste Spieler in der HCD-Formation, nach. Der Flügelstürmer traf unter den Augen des auf der Tribüne sitzenden Schweizer U20-Nationaltrainers Marco Bayer mit einem satten und präzisen Handgelenkschuss.
Stransky erst verarztet, dann gefeiert
Wenn Rasmussen vom «Opfern des Körpers» spricht, denkt er an zahlreiche von ihm und seinen Teamgefährten geblockte gegnerische Schüsse und dabei vor allem an Stransky. Der HCD-Tscheche wurde zu Beginn des Mitteldrittels im Penaltykilling von einem harten, abgelenkten Schuss im Gesicht getroffen. Er blieb kurz liegen und begab sich danach mit Teamarzt Walter Kistler in die Kabine, um wenige Minuten später mit dick geschwollener linker Wange und einem neuen Leibchen mit der Nummer 97, jener von Joe Thornton, wieder mitzutun. Und wie: In der 31. Minute stocherte Stransky den Puck, den ihm Rasmussen via Biels Goalie unter höchster Bedrängnis zugeschoben hatte, zum 2:1 über die Torlinie. Im letzten Drittel spielte Stransky mit einem Gitterhelm, den ihm in der zweiten Pause Materialwart Sandro Sireci zurechtgemacht hatte.
Stranskys Kraft reichte zur Siegsicherung, die Zeit danach jedoch nicht für Siegerinterviews. Stattdessen begab sich der Tscheche spätabends nach dem Duschen direkt zum Zahnarzt. Grosses Lob zollt ihm Rasmussen: «Stransky ist ein sehr dankbarer, vielseitiger Spieler. Er macht alles für das Team. Matej ist gross gewachsen und arbeitet in jedem Einsatz wirklich hart», sagt der Schwede über seinen tschechischen Linienpartner. «Stransky hat schon viele wichtige Tore für uns erzielt, wie jetzt eben auch dieses 2:1 gegen Biel. Das war bereits sein 20. Treffer in dieser Meisterschaft. Das ist beeindruckend. Wir sind glücklich, ihn im Team zu haben. Er kämpft und kämpft, lässt sich den Schneid auch mit Schmerzen nicht abkaufen, wie man jetzt gegen Biel gesehen hat.»