«Wir können, sie müssen»
Vor dem ersten Spiel der Ligaqualifikation am Dienstagabend zwischen dem HC Davos und den SCRJ Lakers (Beginn in Davos ist um 20 Uhr) sind die Rollen verteilt. «Wir sind der klare Aussenseiter», sagt Lakers-Trainer Jeff Tomlinson, «schliesslich spielen wir gegen den mächtigen HCD mit vielen Nationalspielern und viel Erfahrung». Es ist eine Rolle, in der sich die Lakers allerdings gefallen und in der sie die Davoser vor nicht allzu langer Zeit schon einmal vernichtend schlugen. Die Erinnerungen an den 4. Februar 2018 und den 7:2-Sieg im damaligen Cupfinal sind noch präsent.
Damals waren die Lakers noch unterklassig. Frei von der Leber weg spielten sie in jenem Final auf, schliesslich hatten sie nichts zu verlieren. Jetzt geht es zwar für beide Mannschaften um die Existenz in der National League, dennoch ist der Druck ungleich verteilt. «Wir können, sie müssen», sagt Tomlinson. Die Lakers sind in einer Situation, mit der sie schon vor Saisonbeginn rechnen mussten. Die aktuelle
Lage ist für sie keine Enttäuschung.
Ungewohntes Terrain für Davos
Anders der HCD: Die Bündner im Play-out-Final hatten nicht mal die allergrössten Pessimisten erwartet. Das Kader der Davoser ist eigentlich viel zu gut, um noch immer um den Ligaerhalt spielen zu müssen. Die halbe Mannschaft weiss, wie es ist, um den Schweizer-Meister-Titel zu kämpfen und diesen auch zu holen. Aus dem letzten HCD-Meisterteam von 2015 sind noch elf Spieler übrig geblieben. Play-out-Erfahrung haben hingegen nur Inti Pestoni, Félicien Du Bois, Marc Wieser, Lukas Stoop und Thierry Bader. Stoop und Bader spielten in der vergangenen Saison für den EHC Kloten, als dieser in der Ligaqualifikation seinen Platz in der National League an die Lakers verlor. «Unter einem solchen Druck zu spielen wie damals, ist wie Selbstzerfleischung», erinnert sich Stoop.