U21-Spieler Schubiger führt Alligator zum Rebreak
von Thomas Rentsch, Alligator Malans
Die spielentscheidenden Szenen ereigneten sich bei Spielmitte, als Goalie Jonas Wittwer im Penaltyduell den Winterthurer Zorrokünstler Wöcke entzauberte. Die Energie floss förmlich ins Team und erhöhte die Zielstrebigkeit: Florian Tromm und Joshua Schnell profitierten in den folgenden Minuten von schönen Assists von Valentin Schubiger und konnten den Rückstand in einen Vorsprung umwandeln. Valentin Schubiger? Da mit Topskorer Oscar Eriksson-Elfsberg der dritte nominelle Center verletzt ausfiel, konnte der Spieler der U21 die erste Linie als Center aufs Feld führen.
Der Coachingstaff verfügte aber noch andere personelle Anpassungen: Während Dan Hartmann für Elfsberg in die Ausländerlinie wechselte, gab Verteidigerhaudegen Christian Gartmann den Center im zweiten Block. Im ersten Drittel zollte die Malanser Leistung scheinbar den vielen Umstellungen, Rychenberg kam da zu mehr und besseren Chancen. Mit einigen schön herausgespielten Chancen nach zehn Spielminuten schien das Selbstvertrauen im Bündner Team langsam zu wachsen, als just in dieser Phase Patrik Doza das Skore für die Gastgeber eröffnete. Als Noah Püntener in der 19. Minute der Ball im Gewühl perfekt vor die Füsse fiel, hatten die Zürcher plötzlich sogar zwei Längen Vorsprung. Jonas Wittwer im Malanser Tor sorgte mit einigen Bigsaves dafür, dass sein Team mit einem zwar etwas zu grossen, aber einholbaren Rückstand in die erste Pause gehen konnte.
Im zweiten Abschnitt zeigte sich Alligator Malans frisch und spielfreudig. Man fand sich in den neuen Konstellationen und agierte einfach und konsequent. Da Rychenberg etwas passiver agierte, bot sich Raum für offensive Möglichkeiten. Nach einigen ungenauen, aber auch grandios parierten Abschlüssen gelang der erste Bündner Treffer im Überzahlspiel: Kevin Nylund flippte den Ball zu Dan Hartmann an den weiten Pfosten, der direkt einschiessen konnte. Nach Schubigers Sternstunde und der Führung nach 32 Minuten hatten die Herrschäftler Spiel und Gegner im Griff, scheiterten aber am Winterthurer Torhüter Gruber, dem ebenfalls eine Topleistung gelang. Beim Alligatorenfreund auf der Tribüne stellte sich ein altbekanntes Gefühl ein: zu diesem Zeitpunkt hätte der Vorsprung ausgebaut werden müssen. Es dauerte aber bis zur 43. Minute, ehe Kevin Berry exakt zu Jarkko Nurmela passte und dieser das 4:2 für Malans markierte. Verteidiger Berry steht vielleicht sinnbildlich für den zweiten Playoff-Auftritt der Alligatoren: nach einigen schwachen Spielen baute er sich und sein Team mit einfachen, aber wirkungsvollen Aktionen und einer guten Körpersprache im Laufe der Partie weiter auf.