Sponsor will den HCD betreiben
Wäre die Geschichte nicht derart ernst, sie hätte Potenzial für das Drehbuch einer Seifenoper. In der Hauptrolle: Peter Buser. Bankier, Buchautor, Dichter, Konzertveranstalter und Mäzen. So steht es im Lebenslauf auf seiner Website. Und seit vergangenem November: Investor beim HC Davos mit seiner Stiftung Res Ubique Foundation. Von einer «einzigartigen Partnerschaft, die Kultur und Sport zusammenbringt», schrieb der Klub, als er die Partnerschaft bekannt gab. Präsident Gaudenz Domenig sprach an der Pressekonferenz von einem «spannenden Abenteuer».
Ein Abenteuer ist die Partnerschaft tatsächlich geworden. Das lässt sich bereits nach wenigen Monaten feststellen. Nicht in dem Stil aber, wie es sich die Beteiligten wohl erhofft hatten. Und mit zunehmender Dauer wird das Drehbuch noch absurder. Noch grotesker. Die jüngste Folge: Die Drohung einer Betreibung durch Buser und dessen Stiftung von über drei Millionen Franken. Diesen Betrag soll Buser gemäss eigenen Angaben im November als Vorleistung für die Durchführung von klassischen Konzerten in Davos auf das Konto des HCD überwiesen haben. So steht es auf Busers Website unter dem Titel «Deliktfall HC Davos». Der 83-Jährige wirft dem Klub darin in einer chronologischen Aufzählung «schwere Vertragsuntreue» vor. Domenig bezeichnet er als «Flegel», der jede vernünftige Zusammenarbeit verweigern würde.
Das Ego im Vordergrund
Buser gilt als Exzentriker, der gerne provoziert. Und doch ist klar: Der HCD hat ein Problem. Die Partnerschaft mit Busers Stiftung könnte zum Fiasko werden, nachdem der Solothurner Millionär im Dezember mit seinem frauenverachtenden Auftritt in der Sendung Sportpanorama bereits für landesweite Empörung sorgte. Acht Jahre läuft die Partnerschaft des HCD mit der Res Ubique Foundation, rund acht Millionen Franken sollen in dieser Zeit gemäss Buser nach Davos fliessen. Es ist Geld, dass der HCD – gerade in der aktuellen Lage – gerne entgegennimmt. Busers Auftritte stürzen den Klub allerdings in ein Dilemma zwischen Moral und Geld. Die Reputation des Rekordmeisters ist angekratzt, auch wenn Domenig betont, dass der HCD nicht mit der Privatperson Buser, sondern mit dessen Stiftung einen Vertrag unterzeichnet hat. Es sei ihre Sache, zu entscheiden, ob Buser als Stiftungsrat noch tragbar ist. Nur: In der Öffentlichkeit kommt diese Unterscheidung kaum an. Aus Buser ist längst der HCD-Buser geworden. Um seine Stiftung scheint es ihm bei seinem Engagement in Davos nur in zweiter Linie zu gehen. Im Vordergrund steht sein eigenes Ego. Den Massensport bezeichnet Buser auf Facebook als «Übel unserer Zeit». An Sport sei er nicht interessiert. Ende November trug er an der Pressekonferenz in Davos dennoch einen HCD-Fanschal.