Duo mit unterschiedlichen Zielen
Während Christian Biäsch (28) weitere Kränze und vielleicht sogar einmal ein Fest gewinnen möchte, geht es bei Nachwuchsmann Leo Guler (bald 16) darum, Erfahrungen zu sammeln und nicht nur zu verlieren.
Eines seiner Saisonziele hat Leo Guler bereits erreicht: Er schaffte in den bisherigen Regional-Schwingfesten stets einen Sieg, und ein paar Gänge endeten gestellt. So musste er zwar mit Rängen in den hinteren Ranglisten-Regionen Vorlieb nehmen, konnte jedoch stets ein paar Gegner hinter sich lassen. Er merkt auf Anfrage jedoch an, dass er schon merke, dass es bei den Erwachsenen härter zur Sache gehe als bei den Junioren. Trotzdem bezeichnet er seinen Beginn bei den Aktiven als «ganz ok». Christian Biäsch stand in dieser Saison bereits fünfmal wettkampfmässig im Sägemehlring, und ist bis jetzt auch einigermassen zufrieden. Denn er konnte seine Leistung stets steigern, mit der vorläufigen Bestleistung kürzlich in Trimmis, als er den Schlussgang gegen Favorit Armon Orlik verlor und damit Rang zwei erreichte.
Für Biäsch ist es nach jahrelanger «Solo-Karriere» noch etwas ungewohnt, an Rangschwingen sowie am Glarner-Bündner sowie Bündner-Glarner Kantonalschwingfest nun mit Guler einen Schwingerkollegen aus den eigenen Reihen an der Seite zu haben. «Ich nehme mir vor, Gänge von Leo anzuschauen und ihn zu unterstützen – auch wenn mir dies nicht immer gelingt, weil ich selber im Einsatz stehe. Es macht Spass, einen zweiten Davoser am Start zu wissen, zumal ich nun auch auf den Fahrten zu den Trainings und Anlässen einen Gesprächspartner habe.»
Guler, der im August 16 Jahre alt wird, hat sich bei den Erwachsenen schon gut eingelebt. Er sei nun schon einige Male im Aktivtraining gewesen und sei froh darum, seine Technik unter fachkundiger Leitung verbessern zu können. «Im Training kann ich Neues ausprobieren. Im Gegensatz zu Nachwuchskämpfen versucht man schon öfter, nicht nur anzugreifen, sondern sich mit dem Ziel zu verteidigen, einen Gestellten herauszuholen und nicht zu schnell auf dem Rücken zu liegen.» Der Teenager sieht noch weitere Vorteile, nun bei den Aktiven schwingen zu können: «Es hat mehr Zuschauer, und vor allem muss ich nicht so früh aufstehen, weil die Feste später beginnen als jene der Junioren».