Roger Rychen schafft Historisches
Von Jakob Heer
Seit 1969, also seit 50 Jahren, gelang es nie mehr einem Glarner Schwinger, zwei Eidgenössische Kränze zu erlangen. Damals gewannen 1966 in Frauenfeld und drei Jahre darauf 1969 in Biel die Gebrüder Peter und Bruno Jutzeler zwei Mal in Serie eidgenössisches Eichenlaub. Nach 2016 in Estavayer-le-Lac hat nun auch Roger Rychen seinen zweiten Eidgenössischen Kranz in der Tasche.
Mehr eidgenössische Kränze im Kanton Glarus hat einzig der legendäre Jakob «Jogi» Schlittler erschwungen. Dies in der Zeit zwischen 1927 und 1943. Rychen egalisierte im Rang 6d mit 76,00 Punkten einen absoluten Spitzenplatz.
Ein Jubiläum für Rychen
Für den Molliser war es zudem ein Jubiläum. Er gewann in der Zug-Arena exakt den 50. Kranz seiner Laufbahn. Den ersten hat er sich vor gut acht Jahren am Bündner-Glarner in Chur erkämpft.
Der Start am diesjährigen Eidgenössischen gelang Rychen nicht nach Plan. Gegen den Berner Routinier Simon Anderegg musste er eine Niederlage in Kauf nehmen. Doch gegen einen weiteren Berner, Lorenz Berger, folgte der erste Sieg. Gegen den Freiburger Michel Dousse setzte der Glarner seinen Siegeszug fort. Seine glänzende Ausgangslage verspielte er am Samstagabend aber wieder, musste er doch gegen den jungen Berner Oberländer Kilian von Weissenfluh nochmals eine Niederlage hinnehmen.
«Ein Fest ist erst fertig, wenn es zu Ende ist. So wie ich nach Zug gereist bin, so habe ich auch nach dem ersten Tag nach wie vor an den Kranzgewinn geglaubt», sagt sich Rychen. Und der Glaube an die eigenen Stärken war zu Recht da: Am Sonntag gewann er drei von vier Gängen.
Revanche gegen Erb gelungen
Im fünften Gang traf Rychen auf den Baselbieter Roger Erb, gegen den er auf dem Weissenstein im Anschwingen noch verlor. Diesmal siegte Rychen souverän. Im darauffolgenden Duell mit dem Berner Dominik Roth wurde die Angriffslust des Glarners nicht belohnt. Obwohl er dem Sieg sehr nahe stand, wurde er am Ende vom Seeländer ausgekontert.