Ohne grosse Erwartungen fährt Gmür am besten
In Estavayer war Pirmin Gmür am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016 eine der freudigen Überraschungen im Team des Nordostschweizer Schwingerverbandes (NOSV). Damals noch im Status eines Kantonalschwingers verlor er am Samstagmorgen zwar den 1. Gang. Es sollte aber seine einzige Niederlage bleiben. Gmür gewann seinen zweiten und dritten (gegen den Eidgenossen Peter Imfeld) Kampf, stellte in den folgenden vier Duellen und siegte zum Abschluss ein weiteres Mal. Der damals noch weitgehend unbekannte Gmür hatte acht Gänge schwingen können und klassierte sich mit 73,25 Punkten inmitten grosser Namen im Rang 18d.
Drei Jahre sind seither vergangen und eines hat sich nicht verändert: Die grossen Feste taugen dem Landwirt, der auch eine abgeschlossene Ausbildung als Lastwagenmechaniker hat, besser. «Ich bin eher einer, der gegen starke Gegner gut ins Fest reinkommt, als wenn ich auf solche treffe, die primär nicht verlieren wollen», sagt Gmür. Das hat auch damit zu tun, dass seine Stärke im Kontern liegt. Zudem vermag sich der Ammler im Verlauf eines Fests in der Regel zu steigern: «Ich kann oft nach dem Mittag super durchziehen.»
Den Papa überholt
Dies hat der 1,80 Meter grosse Sennenschwinger mit der bulligen Statur in der laufenden Saison schon einige Male bewiesen. «Ich hatte noch nie eine so gute Saison und gewann noch nie so viele Kränze», erklärt Gmür. Drei resultierten im Jahr 2019: am St. Galler Kantonalschwingfest in Widnau (26. Mai), am Nordostschweizer Schwingfest in Hallau (30. Juni) – womit er die Selektion für das «Eidgenössische» auf sicher hatte – und am Appenzeller Kantonalschwingfest (7. Juli). Mit jenem Kranz in Stein hat Pirmin Gmür seinen Vater überholt. Karl Gmür hatte von 1988 bis 1992 neunmal Eichenlaub erobert.