Ein WM-Franzose für den HCD
Die 50 Kilometer Weg aus seinem früheren Wohnort Sallanches in Frankreich nach Genf kennt Enzo Guebey aus dem Effeff. Als Zwölfjähriger spielte er bei den Mini Top in Servettes U15-Team. Bei den Romands kletterte Guebey danach die Nachwuchsleiter hoch. Am 20. Oktober 2017 gab der Verteidiger mit 18 Jahren in der Partie zwischen Genf-Servette und dem SC Bern sein Debüt in der National League.
An diesem Mittwochnachmittag absolvierte Guebey eine wesentlich längere Reise. Im HCD-Mannschaftscar bewältigte er die rund 430 Kilometer lange Strecke von Davos zum Meisterschaftsspiel nach Genf. Die Reisestrapazen lohnten sich für die Bündner. Der HCD besiegte den Schweizer Meister mit 2:1. Joakim Nordström (18.) und Matej Stransky (36.) trafen für die Bündner. Guebey half mit einer makellosen Bilanz mit, dem Genfer Ansturm standzuhalten. Gross trumpfte Sandro Aeschlimann auf: Der HCD-Goalie parierte 30 Schüsse.
Ohne Zögern zugesagt
Guebey hatte 2021 mit einem Zweiwegvertrag nach Zürich gewechselt. Für die ZSC Lions bestritt der kräftige, 1,84 Meter grosse und 90 Kilogramm schwere Verteidiger insgesamt 62 Partien. In dieser Saison kam er ausschliesslich im Farmteam bei den GCK Lions in der Swiss League zum Einsatz. Als Guebey am Mittwoch letzter Woche von seinem Agenten per Handy erfuhr, dass ihn der verletzungsgeplagte HCD leihweise für zwei Spiele verpflichten wolle, sagte er sofort zu. «Diese Chance, in der National League zu spielen, wollte ich unbedingt wahrnehmen», sagt der Franzose. Er packte den Koffer sowie seine Eishockeytasche und fuhr direkt nach Davos. Am Donnerstagvormittag traf Guebey im Eisstadion seine neuen Teamgefährten («Ich wurde sehr gut aufgenommen»), worauf er erstmals mit dem HCD trainierte. Gleich in seinem ersten Meisterschaftseinsatz liess er sich am Freitagabend gegen die Rapperswil-Jona Lakers als Torschütze zum 2:2 feiern. Dass sein Schuss von «Rappi»-Verteidiger Emil Djuse ins Tor abgelenkt wurde, tat nichts zur Sache. Wie gegen die Lakers fiel Guebey auch tags darauf beim 3:2-Heimsieg gegen Biel mit seiner Hartnäckigkeit in den Zweikämpfen und seiner Spieldisziplin auf. Er fand sich in der National League sofort wieder zurecht. Der grösste Unterschied zur Swiss League bestehe im wesentlich höheren Tempo und Rhythmus, meint der 24-Jährige.