Der unscheinbare Star
Mit der Verpflichtung von Kristian Näkyvä hat der HCD einen Volltreffer gelandet. Nach seinen Stärken gefragt, beschrieb sich der finnische Verteidiger selber vor dem ersten Eistraining in Davos treffend. «Meine grösste sind die läuferischen Fähigkeiten. Ich verfüge dank meiner Übersicht auch über ein gutes Passspiel und kann die Angriffe mit präzisen Zuspielen auslösen. Mit der Spielkontrolle habe ich keine Probleme. Ich schalte mich aber auch gerne ins Offensivspiel ein und bin im Powerplay sattelfest.» Es waren nicht Worte eines Sprücheklopfers, sondern die glasklare Charakteristik eines selbstsicheren Realisten. So ruhig und treffend, wie Näkyvä spricht, verhält er sich auch auf dem Eis. Er fällt nicht als Spektakelmacher auf, hält sich an den «Gameplan», macht die Details richtig, begeht kaum Fehler und kurbelt die Angriffe mit einem präzisen ersten Pass an.
Acht Jahre in Schweden
Das defensive Gewissen ist für Näkyvä Selbstverständlichkeit. Während acht Jahren spielte der Finne in der obersten schwedischen Liga. Die letzten fünf Jahre verbrachte er beim letztjährigen Spengler-Cup-Teilnehmer Örebro, wo der Verteidiger auch mit rund einem halben Skorerpunkt pro Match auffiel. Näkyväs letzte Saison war seine produktivste mit 42 Skorerpunkten in 65 Meisterschaftsspielen (8 Tore/34 Assists). «Die letzte Saison öffnete mir den Weg. Da hatte ich in Örebro eine sehr gute Spielzeit. Jetzt möchte ich in Davos daran anknüpfen», sagt der 33-jährige Finne.
Näkyvä brauchte beim HCD keine lange Anlauf- und Angewöhnungszeit. «Es war einfach für mich», sagt er. «Die Jungs haben mich gut aufgenommen. Es herrscht eine gute Chemie und ein guter Spirit im Team. Hier Eishockey zu spielen macht Spass. Der HCD hat ein ausgezeichnetes Team. Für mich ist es ein Privileg, Teil davon zu sein. Ich geniesse die Zeit wirklich.» Nach zwei Monaten und den ersten neun Meisterschaftsspielen zieht Näkyvä eine durchwegs gelungene erste Zwischenbilanz. «Alles ist gut hier. Ich erhalte viel Eiszeit und habe eine grosse Rolle im Team. Ich versuche einen Weg zu finden, dass ich noch mehr skoren kann. Wir werden immer besser.»