Nati-Pause kommt dem HCD sehr gelegen
Seit Wochen schlägt die Verletzungshexe beim HC Davos gnadenlos zu. In einzelnen Meisterschaftsspielen fehlten gleichzeitig bis zu sieben Stammspieler. Die Lücken füllten regelmässig junge Spieler. Sie traten mit totalem Engagement auf und konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Das Davoser Mannschaftsspiel litt verständlicherweise dennoch unter den vielen Absenzen. Und der Coachingstaff musste seine verbliebenen Schlüsselspieler über Gebühr forcieren, vor allem bei engen Spielständen sowie im Powerplay und im Penaltykilling.
Mit nur vier Ausländern
Nach zehn Meisterschaftsrunden führte der HCD die National-League-Statistiken sowohl in Über- als auch in Unterzahlphasen an. Auch jetzt sind die Davoser in diesen beiden Bereichen noch weit vorne anzutreffen, obwohl Dennis Rasmussen die letzten elf und Leon Bristedt die letzten acht Partien verpasste. Rasmussen hatte zuvor allein im Powerplay fünf Treffer erzielt, Bristedt ist der wohl schlitzohrigste Torschütze im Team. Trotz der längerfristigen Ausfälle der beiden Schweden verzichtete die HCD-Führung – im Gegensatz zu diversen anderen National-League-Clubs – zu Recht darauf, eiligst Ersatz aus dem Ausland zu engagieren. Dieser Entscheid kostete zwar Punkte. Aber er zeugte vom Vertrauen ins noch verfügbare Spielerkader und schonte erst noch den Finanzhaushalt.
Personalnotstand in der Abwehr
Primär litt in letzter Zeit der HCD-Angriff unter den vielen Verletzten. Für das Spiel in Ajoie herrschte jedoch in der Abwehr geradezu Notstand. Trainer Christian Wohlwend standen mit den beiden Schweden Klas Dahlbeck und Magnus Nygren sowie dem nach drei Jahren wieder genesenen Claude Paschoud und dem erst 22-jährigen Davyd Barandun gerade noch vier gelernte, erfahrene Verteidiger zur Verfügung. In der Abwehr fehlte Michael Fora nach einem glänzenden Saisoneinstand bereits zum elften Mal. Weiter musste Sven Jung pausieren. Er war vor Wochenfrist in Kloten nach einem Schuss vom Puck im Gesicht getroffen und operiert worden. Und am Freitag schied Dominic Egli im Heimspiel gegen die SCL Tigers mit einer Schulterverletzung aus. Die prominenten Lücken füllten beim HCD gegen Ajoie Tim Minder (20), Valentino Varano (18) und Denys Rubanik (21). Rubanik erhielt in seinem ersten National-League-Spiel überhaupt 11:41 Minuten Eiszeit und kassierte zwei Zweiminutenstrafen. Varano hatte sein NL-Debüt erst am letzten Dienstag bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung in Zug gegeben.