Mit Zuversicht in die Sechs-Ausländer-Saison
Noch in bester Erinnerung ist das Finale des HCD in der letzten Saison. Auf sensationelle Art bootete er im Playoff-Viertelfinal die Rapperswil-Jona Lakers nach einem 0:3-Rückstand in der Serie aus. Im Halbfinal fehlte danach jedoch die Kraft, um den nachmaligen Schweizer Meister EV Zug arg in Bedrängnis zu bringen. Nun ist der HCD breiter aufgestellt. Die Kräfte sollten folglich in der Qualifikation besser verteilt werden können.
Ein Spaziergang in die Top-Sechs wird es dennoch nicht. Die Karten werden bekanntlich vor jeder Saison neu gemischt. Während der HCD auf Kontinuität setzt, haben mehrere Konkurrenten massiv aufgerüstet, allen voran der SC Bern, aber auch der HC Lugano. Neu dürfen in der National League pro Spiel sechs Ausländer eingesetzt werden. Der Ukraine-Krieg und der damit verbundene Abgang von Top-Spielern aus der KHL macht es möglich, dass sich viele prominente schwedische und finnische Akteure für einen Wechsel in die Schweiz entschieden haben. Der HCD stellt das schwedischste aller National-League-Teams. Mit den Verteidigern Magnus Nygren und Klas Dahlbeck sowie den Stürmern Dennis Rasmussen, Leon Bristedt und Joakim Nordström tragen gleich fünf Schweden die HCD-Farben. Weiterhin für Davos stürmt der tschechische Goalgetter Matej Stranksy.
«Zweieinhalb» Neue für die Defensive
Wer im Schweizer Eishockey von ausländischen Spielern spricht, denkt primär an torgefährliche Stürmer und deren Skorerpunkte. Beim HCD fällt hingegen auf, dass er seine Defensive weiter verstärkt hat. Dabei kassierten die Davoser schon letzte Saison in der Qualifikation mit 125 Gegentoren am zweitwenigsten der ganzen Liga. Nur Fribourg-Gottéron kassierte noch einen Treffer weniger. Neu zum HCD stiess Ambris Captain Michael Fora. Der 26-Jährige wechselte als einziger aktueller Schweizer WM-Verteidiger innerhalb der Liga den Club. Mit Klas Dahlbeck engagierte Davos zudem gezielt einen primär defensiv orientierten Abwehr-Allrounder. Mit diesen gefragten Qualitäten gewann der 31-jährige Schwede in den letzten vier Saisons mit ZSKA Moskau zwei Mal den Meistertitel in der KHL, den Gagarin Cup. Weiter zeichnet sich in der HCD-Defensive das Comeback von Claude Paschoud ab. Verletzungsbedingt hatte er in den letzten drei Saisons jeweils einen Grossteil der Spiele verpasst. In den Testspartien hinterliess Paschoud, der zurzeit mit einem Probevertrag ausgestattet ist, einen vorzüglichen Eindruck.