Eine Saison zum Vergessen
An Mitte Januar dieses Jahres hat Melanie Michel keine guten Erinnerungen: Sie musste beim FIS-Riesenslalom auf dem Corvatsch feststellen, «dass es gesundheitlich einfach nicht mehr ging», wie die Davoser Speedfahrerin auf Anfrage sagt. Grund dafür waren Symptome einer Hirnerschütterung, die sie vor zwei Jahren zum Ende der Saison erlitten hatte. Die Beschwerden hätten schon zwei Wochen früher begonnen, und Untersuchungen in Zürich hätten dann ergeben, dass das Gleichgewichtsorgan havariert war.
«Konnte trotzdem profitieren»
Renntechnisch war die abgelaufene Saison für Michel also eine zum Vergessen. Trotzdem war laut ihr nicht alles schlecht. Sie sei oft in Zürich in der Physiotherapie gewesen, zudem habe sie in Magglingen mit einem Kraftexperten spezielle Reha-Übungen machen können. «Ich konntedavon viel profitieren, nicht nur, indem ich als Spitzensport-Soldatin WK-Tage abarbeiten konnte. Insofern hatte das abrupte Saisonende auch etwas Gutes.» Zudem sei dadurch auch nicht ins Gewicht gefallen, dass sie wegen ähnlichen Symptomen, die zum Saisonabbruch geführt hatten, im vergangenen Sommer bereits weniger Skitage zu verzeichnen hatte als die anderen Kaderfahrerinnen.
Dank der Tatsache, dass sie vom Verletztenstatus profitieren konnte, gehört Michel weiterhin dem C-Kader von Swiss-Ski an. Die Situation ist gleich wie vor einem Jahr: Die 23-jährige Davoserin trainiert weiterhin mit der Speedgruppe des nationalen B-Kaders. Leicht geändert hat sich aber der Trainerstaff, denn ein Konditions- und Skitrainer ist hinzugekommen. «Zwei Trainer zu haben, hat durchaus seine Vorteile», sieht Michel die Situation.
Gleiche Ziele wie im letzten Jahr