Der U23-WM-Titel ist Kälins bisher grösster Triumph. Ihr Talent hatte sie bereits an den letzten Nachwuchs-Weltmeisterschaften im kanadischen Whistler mehr als nur angedeutet. Kälin hatte bei ihrem letzten Start in der U20-Kategorie die Bronzemedaille über 10 Kilometer klassisch im Einzelstart gewonnen sowie ebenfalls über 20 Kilometer Freistil im Massenstart den fünften Rang belegt. Danach glückte Kälin der schwierige Übergang von den Juniorinnen in den Aktivbereich auf Anhieb. Im Januar debütierte sie in Oberhof im Weltcup. Beim Heimweltcup im Goms im Oberwallis überzeugte sie danach mit einem 19. Rang im Sprint sowie einem 25. Rang über 20 Kilometer Massenstart auf Anhieb auch auf höchster Wettkampfebene.
Marina Kälin wohnt zusammen mir ihrer zwei Jahre älteren, ebenfalls dem Swiss-Ski-Kader angehörenden Schwester Nadja Kälin wie so viele Schweizer Langläuferinnen in Davos. Beide zählen sie als kompetitive Allrounderinnen zu den Zukunftshoffnungen im Schweizer Frauenlanglauf.
Nach Kälins Goldlauf gab es an diesem Donnerstag auch im Wettkampf der Männer einen Engadiner Erfolg zu verbuchen. Fabrizio Albasini, ebenfalls vom Skiclub Alpina St. Moritz, lief über 20 Kilometer Massenstart als Dritter zur Bronzemedaille. Er büsste 24 Sekunden auf Sieger Martin Deloges aus Frankreich ein. Der 20-jährige Albasini realisierte wie seine Vereinskollegin Marina Kälin in seinem ersten Jahr in der U23-Kategorie seinen bislang grössten Erfolg. An den Nachwuchs-Weltmeisterschaften vor Jahresfrist in Kanada hatte er in der U20-Kategorie mit zwei Top-10-Platzierungen seine Ambitionen ebenfalls angemeldet.