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Regionalsport

Journalismus funktioniert nicht so, wie der EHC Arosa das will

Reto Furter
22.01.2022, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, Sie haben möglicherweise festgestellt, dass die Medienfamilie Südostschweiz in dieser Zeitung, aber auch online sowie im Radio und TV seit geraumer Zeit nicht mehr über Spiele des EHC Arosa berichtet. Dafür möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen, Ihnen aber auch erklären, weshalb das so ist. 

Die Rolle der Medien ist es, unabhängig darüber zu berichten, was Sie und mich bewegt. Das mag Politik sein, Wirtschaft, das können gesellschaftliche und kulturelle Themen sein, aber natürlich auch sportliche. Wir bestimmen, worüber wir berichten und worüber nicht, und wir bestimmen, wie wir das tun, in welcher Form. Die politischen Parteien haben darauf keinen Einfluss, Unternehmen haben keinen Einfluss und Sportvereine eben auch nicht.

Der EHC Arosa hat uns vor einigen Monaten mit einem teilweisen Stadionverbot belegt, aus Verärgerung darüber, was wir geschrieben hatten. Der EHC Arosa will darum zukünftig entscheiden, wer über die Spiele schreibt und wer nicht. Es erinnert an Hofberichterstattung, wenn jemand versucht, Einfluss auf die unabhängige Berichterstattung zu nehmen und damit Einfluss darauf, was Sie in Zukunft lesen können – oder eben nicht mehr, weil es dem EHC nicht genehm ist.

Es ist klar, dass wir auf solche Forderungen, welche die Medienfreiheit fundamental infrage stellen, nicht eintreten können und wollen. Täten wir das, würden uns in der Folge politische Parteien, Unternehmen, Kulturschaffende und andere Sportvereine ihre Agenda diktieren wollen.

Alles zum EHC Arosa

Selbstverständlich führten wir mit der Leitung des EHC Arosa Gespräche und tun das weiterhin, um diese unbefriedigende Situation bald klären zu können. Ich hoffe, Ihnen an dieser Stelle dann erfreulichere Mitteilungen machen zu können.

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