Jesse Mankinen sucht beim HCD das Happy End
Der Satz fällt schon nach wenigen Gesprächsminuten. «A little bit shy» sei er. Ein bisschen scheu. Und dann sagt Jesse Mankinen: «Aber so sind wir Finnen doch alle ein bisschen.»
Am Sonntagabend ist Mankinen in Davos angekommen. Am Montag trainierte der 26-Jährige erstmals mit seinen neuen Teamkollegen. Gegen Leader Zug kam er am Dienstag anstelle des geschonten Aaron Palushaj bereits zu seinem Debüt in der National League. Und zumindest phasenweise zeigte der kleingewachsene Stürmer, warum ihn HCD-Sportchef Raeto Raffainer als «Wunschkandidaten» bezeichnete, als er sich vor dem Ende des Transferfensters Mitte Monat nach Alternativen für die Offensive umschaute. Mankinen ist schnell, wendig und vielseitig einsetzbar. Der Finne spielte sowohl im Powerplay als auch im Boxplay. Insgesamt stand er über 21 Minuten auf dem Eis, nur Magnus Nygren und Mattias Tedenby kamen noch länger zum Einsatz.
Schwarze Schweizer Bilanz
Die Niederlage im Spitzenspiel konnte jedoch auch Mankinen nicht verhindern. Das 1:2 reiht sich in seine «schwarze Schweizer Bilanz». Im Herbst verlor er in der Gruppenphase der Champions Hockey League mit seinem Ex-Klub Lahti Pelicans zwei Mal nach Verlängerung gegen Lausanne. Vor vier Jahren scheiterte er mit KalPa Kuopio im selben Wettbewerb in der ersten K.-o.-Runde an Fribourg-Gottéron. «Das Spiel in der Schweiz ist extrem schnell», hat Mankinen in diesen Begegnungen gemerkt. Gänzlich Neuland ist ihm auch der HCD nicht. Gegen Otso Rantakari spielte Mankinen schon in der finnischen Liga. «Und Mattias Tedenby kennt seit seinem Penalty gegen Ambri-Piotta die ganze Eishockey-Welt», sagt Mankinen lachend.
Zurück nach Handverletzung
Mankinen ist nicht der einzige Spieler, der die Pelicans in den letzten Tagen Richtung Schweiz verlassen hat. Mit Verteidiger Topi Jaakola spielt ein ehemaliger Teamkollege seit Mitte Februar für die ZSC Lions. Der Grund für die Wechsel: Die Pelicans liegen in der finnischen «Liiga» derzeit auf Rang 13, die Play-offs sind ausser Reichweite. Dies, nachdem das Team aus dem Süden des Landes die Qualifikation im Vorjahr noch auf Rang 3 abgeschlossen und sich damit erstmals überhaupt für die Champions Hockey League qualifiziert hatte. «Die Verantwortlichen sind unzufrieden und haben sich entschieden, einen Umbruch zu vollziehen», so Mankinen, der zweieinhalb Jahre in Lahti unter Vertrag stand. Weil es in Finnlands höchster Spielklasse zudem keinen Absteiger gibt, ist es nicht unüblich, dass jene Klubs, die die Play-offs verpassen, Spieler abgeben. Sie sparen damit nicht nur die Lohnkosten, sondern ermöglichen auch dem eigenen Nachwuchs mehr Eiszeit.