Abfahrts-Weltmeisterin – und alle gratulieren
Angedeutet hatte sich dieser phänomenale Exploit im Vorfeld nicht: Flury war kurz vor dem Wettkampf noch krank und fuhr den Super G sowie die ersten Trainings noch geschwächt. Umso schöner war dafür, was der 29-Jährigen dann im Rennen gelang.
Steiniger Weg zum Gipfel
Die Monsteinerin hatte zwar 2017 in St. Moritz bereits einmal einen Super G im Weltcup gewonnen, doch der Interview- und Termin-Marathon unmittelbar nach dem WM-Goldgewinn war für sie etwas total Neues und Ungewohntes, wie sie in verschiedenen Interviews betonte. Umso erfreuter war sie dann, als sie am Sonntagabend anlässlich des grossen Ad-hoc-Empfangs in ihrem Heimatort wieder das machen durfte, was sie am liebsten tut: Die Nähe des vertrauten Umfelds und der heimischen Fans zu geniessen. Unzählige Hände mussten geschüttelt und Gratulationen entgegengenommen sowie viele Autogramme geschrieben werden. Man merkte Flury an, dass sie sich in ihrer Heimat wohlfühlt. Langsam wird sie nun realisieren, dass sie Weltmeisterin geworden ist und damit etwas erreicht hat, von dem sie schon als kleines Mädchen geträumt hat. Der Titelgewinn ist eine Entschädigung dafür, dass sie nie aufgab, auch wenn es in der Karriere nicht so lief wie gewünscht. Beispielsweise, als sie im Winter 2015/16 eigentlich einen fixen Startplatz im Weltcup gehabt hätte, wegen einer Hüftverletzung dann aber kein einziges Rennen bestreiten konnte. Oder als sie vor zwei Jahren nicht für die WM aufgeboten wurde, an der ihre gute Freundin Corinne Suter Abfahrts-Gold gewann. Damals habe sie drei Tage ihr Handy ausgeschaltet und ihre Ruhe haben wollen, erklärte Flury kürzlich dem «Tages-anzeiger» in einem Interview. Stets war die Monsteinerin streng zu sich selber, doch diesmal war das Glück auf ihrer Seite – umso mehr freuen sich nun alle über den grossen Coup.