Ginia Caluori: «Seit Ende August habe ich nur eine Nacht zu Hause geschlafen»
Ginia Caluori
Schöne Emotionen, nachhaltige Eindrücke, unbezahlbare Erlebnisse und vieles mehr – es ist gar nicht so einfach, die letzten Wochen Revue passieren zu lassen. Nur etwas ist einfach: Seit den Mountainbike-Weltcuprennen in Les Gets – das war Ende August – habe ich lediglich eine Nacht zu Hause verbracht.
Anfang September weilte ich mit den Kolleginnen des Strassen-Nationalteams 18 Tage lang im Höhentrainingscamp am Berninapass; wir bereiteten uns auf die WM in Ruanda vor. Wir hatten es super, und für mich war es sehr spannend; von Athletinnen wie Elise Chabbey und Marlen Reusser kann man sich vieles abschauen. Ich war nie zuvor in einem Höhencamp gewesen, und es fühlte sich auch nicht speziell an – wohl auch, weil ich in den Bergen aufgewachsen bin. Aber den Effekt habe ich dann sehr wohl gespürt – sowohl in Ruanda als auch später in Nordamerika. Die Form war richtig, richtig gut.
Ab ins Ungewisse
Afrika war für mich Neuland, die Reise nach Kigali speziell, ja wohl einmalig. Im Training brauchte es höchste Konzentration. Da war der Verkehr; für uns Schweizer sah es nicht danach aus, als gäbe es da Regeln. Zudem mussten wir stets schauen, uns auf dem Velo nicht zu nahe hinter Autos aufzuhalten. Was jeweils aus dem Auspuff herauskam, erinnerte an den Rauch einer Dampflokomotive. Die Leute waren sehr nett, sehr offen und hilfsbereit. Natürlich wollten sie immer unsere Bidons haben. Aber wenn wir ihnen den Bidon einmal nicht geben konnten, weil wir nur einen hatten und diesen fürs Training brauchten, akzeptierten sie es ohne Widerrede.