Getroffen – verletzt – verlängert
Nicht nur die verletzungsbedingte Absenzenliste wird bei Davos immer länger, sondern erfreulicherweise auch das Verzeichnis mit den Vertragsverlängerungen. Chris Egli hat bereits jetzt seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag um drei weitere Jahre bis im Frühling 2026 verlängert. «Beim HCD haben wir ein gutes Kader mit viel Potenzial. Mit dieser Mannschaft können wir um Titel mitreden», begründet der 26-jährige Stürmer seine Unterschrift unter den neuen Kontrakt. Egli gilt als zuverlässiger Zwei-Weg-Stürmer. Er ist sich für Defensivaufgaben nie zu schade und deshalb in Unterzahlphasen ebenfalls ein sicherer Wert. In dieser Saison führt Egli in der Regel die vierte Linie an, was beim HCD keine Lückenfülleraufgabe bedeutet. «Wir rollen mit vier Angriffslinien», stellt Egli zu Recht fest. Die Wertschätzung des Davoser Trainerstaffs bekam er in letzter Zeit auch zu spüren, indem er nach den Ausfällen von Dennis Rasmussen und Leon Bristedt in die erste Sturmreihe mit Ausländern an seiner Seite vorrückte.
Egli ist ein waschechter Davoser. Er durchlief beim HCD die ganze Nachwuchsabteilung. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab er als 18-Jähriger in der Meistersaison 2014/15. An sein erstes National-League-Spiel am 30. Januar 2015 gegen Biel erinnert er sich noch genau. Mittlerweile trug er in bislang 282 NL-Partien die blaugelben Davoser Farben. Zudem half er im Herbst 2019 leihweise in 15 Punktespielen beim HC Ambri-Piotta aus, als bei den Tessinern Stürmernotstand herrschte. Vor seiner neuesten Vertragsverlängerung beim HCD habe er auch Anfragen von anderen Clubs erhalten und geprüft, bemerkt Egli. Er entschied sich, in Davos zu bleiben, weil er sich im Ort und im Club wohlfühlt, aber primär auch, weil er beim HCD aufgrund des Kaderpotenzials vielversprechende Perspektiven ortet.
«Eine schöne Geschichte»
Dass mit Egli ein Einheimischer weiterhin Blaugelb trägt, ist zwar auch für HCD-GM Jan Alston etwas Besonderes, aber er betont: «Primär waren es natürlich sportliche Kriterien, die ausschlaggebend waren. Egli ist ein immer kämpfender, smarter und schneller Stürmer, der sich die Vertragsverlängerung mit Einsatz und seinem Willen wirklich verdient hat. Dass er dazu ein Ur-Davoser ist, der seine ganze bisherige Karriere beim HCD verbracht hat, ist aber sicher auch eine schöne Geschichte.»
Am Samstag hatte Egli in Lausanne im Mitteldrittel das 3:1 für den HCD erzielt. Später schied er mit einer Hirnerschütterung aus. So bekam der Stürmer nicht mehr auf dem Eis mit, wie seine Mannschaft im dritten Drittel einen 2:4-Vorsprung preisgab, aber auch nicht, dass und wie die Davoser erstmals in der laufenden Meisterschaft ein Penaltyschiessen gewannen. Enzo Corvi sei Dank! Der Center bezwang in der Kurzentscheidung Lausannes Torhüter Ivars Punnenovs gleich zweimal.
Verrückte Wende gegen Leader Servette
Neben Egli schied in Lausanne mit Valentin Nussbaumer noch ein zweiter HCD-Torschütze aus. Sie gesellten sich auf der Davoser Verletztenliste zu Michael Fora, Dennis Rasmussen, Leon Bristedt, Yannick Frehner und Gilles Senn, die allesamt die Reise in die Westschweiz gar nicht erst angetreten hatten. Somit fehlten dem HCD am Sonntagabend in Genf gegen Servette nicht weniger als sieben Stammspieler. Nicht von ungefähr traten die Davoser gegen den Tabellenführer ohne Kredit an. Als sie nach 26 Minuten bereits mit 1:4 zurücklagen, schien der Match den von den meisten erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch dann geschah Verrücktes. 39 Sekunden vor der zweiten Pause nutzte Marc Wieser das einzige Davoser Powerplay zum 2:4. HCD-Topskorer Matej Stransky liess nach 73 Sekunden im dritten Drittel Hoffnungen auf einen Punktgewinn keimen. Und tatsächlich glich Raphael Prassl in der 57. Minute für das Davoser Rumpfteam noch zum 4:4 aus. Doch es kam noch verrückter: Andres Ambühl schoss mit einem beherzten Sololauf nach 101 Sekunden in der Verlängerung die Bündner zum sensationellen 5:4-Sieg gegen den Tabellenführer.
Am Dienstagabend zu Hause gegen Ambri
Der HCD kehrte am Montag erst kurz vor Morgengrauen von seiner Tour de Romandie nach Hause zurück. Er erhält keine Möglichkeit zur Regeneration und Wundenpflege. Bereits am Dienstagabend steht um 19.45 Uhr das Heimspiel gegen Ambri-Piotta an. Wer bei Davos allenfalls aus der langen Verletztenliste ein Comeback geben kann, das muss sich kurzfristig weisen.