Sieg im entscheidenden Spiel 7: Servette ist Eishockey-Schweizermeister
Knapp, knapper, Servette gegen Biel. Die Finalserie zum Schluss dieser National-League-Saison hat es in sich. In den ersten vier Partien trennt jeweils bloss ein einziges Tor die beiden Teams.
Die logische Folge: ein Spiel 7. Die etwas weniger logische Folge: Servette ist in dieser «Belle» das überlegene Team. 4:1 heisst es am Ende. Servette ist Schweizermeister – zum ersten Mal überhaupt in der Klubgeschichte. Die Fans in der alten Les-Vernets-Halle toben. Drei Mal standen die Genfer seit der Jahrtausendwende in einem Final, zuletzt 2021. Immer ging dieser verloren.
Servette von Beginn an heiss
Gerade in der Startphase überrollt das Heimteam seinen Gegner. Sami Vatanen bringt Servette nach einem Solo bereits nach vier Minuten in Front. Weitere vier Minuten später doppelt der Finne bei fünf gegen drei nach. Und auch das Mitteldrittel startet aus Genfer Sicht optimal: Daniel Winnie schliesst einen Konter erfolgreich ab.
Der Anschlusstreffer durch Gaëtan Haas kurz nach Spielmitte kommt einigermassen aus dem Nichts. Der 31-Jährige profitiert von einem Fehler von Servette-Topskorer Tanner Richard. Der Anfang der grossen Wende? Nein. Teemu Hartikainen sorgt mit dem 4:1 in der 50. Minute für die Vorentscheidung.
Goalie Mayer steht beim HCD auf der Lohnliste
Einen entscheidenden Anteil an Genfs Erfolg hat Goalie Robert Mayer. Der 33-Jährige, in Haldenstein aufgewachsen, wurde im vergangenen Sommer verpflichtet – als Absicherung hinter Gauthier Descloux. Doch Mayer machte sich in den Play-offs dank starken Leistungen zur Nummer 1. Kein Goalie hat in der entscheidenden Phase der Meisterschaft im Schnitt so wenige Tore kassiert wie der Bündner. Und auch die Fangquote von 93,30 ist top.
Kurios: Mayer spielte bereits von 2014 bis 2020 bei Servette, ehe er mit einem Vierjahresvertrag zum HC Davos wechselte. Nach einer Saison setzte ihn sein damaliger Trainer Christian Wohlwend auf die Tribüne, machte klar, dass Mayer in Davos nicht mehr spielen würde. Nach einem kurzen Gastspiel in Langnau landete Mayer schliesslich wieder in Genf. Der HCD soll – als Teil des Deals – noch immer ein Teil seiner Lohnsumme bezahlen. Immerhin können sie in Davos nun sagen, einen Schweizermeister auf ihrer Lohnliste zu haben.