Nach Knall beim EHC Arosa: Das bedeutet der Abgang Fetscherins für den Klub
Die Nachricht kommt am Freitagabend. «Es ist mir ein grosses Anliegen, Euch persönlich über meinen Abgang beim EHC Arosa zu informieren», beginnt Adrian Fetscherin einen Post auf seinem privaten Instagramkanal. Der Geschäftsführer verlässt den Klub per sofort – und auf eigenen Wunsch. Fetscherin habe bereits im August gekündigt, die entsprechende Kündigungsfrist sei im November abgelaufen. «Sehr gerne habe ich über die Zeit hinaus bis heute den Klub noch unterstützt. Nun aber ist die Zeit gekommen, um mich endgültig anderen Aufgaben voll und ganz zu widmen.» Dies habe er der Mannschaft am Freitagabend mitgeteilt.
Insgesamt war Fetscherin acht Jahre für den EHC Arosa tätig. In seiner ersten Amtsperiode von Frühling 2015 bis Frühling 2020 schaffte Arosa den Aufstieg in die drittklassige MSL dank eines Finalsiegs gegen Wetzikon. Ein Jahr darauf verliess Fetscherin den Verein und wechselte zum Fussballklub Grasshoppers, wo er die Leitung der Marketing- und Kommunikationsabteilung übernahm.
Er verkaufte Tickets auf der Piste
Sein Abgang in Zürich nach bloss einem Jahr war von unschönen Worten begleitet. «Ich habe gekündigt, weil ich es unerträglich finde, dass wir den Feind im eigenen Haus haben. Und zwar in Person des eigenen Verwaltungsrats», sagte Fetscherin in einem Video kurz nach seinem Abgang. Nach dem Aufstieg in der ersten Amtszeit gewann Arosa 2022 mit Fetscherin den Cup.
Mit Fetscherin verliert der EHC Arosa einen äusserst umtriebigen Mitarbeitenden. Fetscherin war ein Macher, ein hervorragender Verkäufer. Er ging an Matchtagen jeweils auf die Skipiste, um auf den Restaurantterrassen Tickets zu verkaufen. Mit Fanutensilien reiste er bei Auswärtsspielen durch die ganze Schweiz und vertrat die Marke EHC Arosa so vom Thurgau bis ins Wallis. Und Fetscherin dachte immer gross. Im Eisstadion in Arosa wollte er eine Seilbahn bauen lassen, die die Fans mit Getränken versorgte. Ein Marketinggag, der so gut zu Fetscherin passte. Sein grösster Traum blieb aber : Er wollte den EHC Arosa, seines Zeichens neunfacher Schweizermeister, zurück ins Profihockey bringen.