Die Ostkurve zieht in den Westen
Die Ostkurve wechselt die Seite. Was wie eine unbedeutende Umzugsmeldung klingen mag, dürfte für die meisten Supporter des HC Davos eine emotionale Sache sein. Stellen wir uns nur mal vor:
- Beim FC St. Gallen nahm die Fanszene den Namen Espenblock, abgeleitet vom alten Stadion Espenmoos, mit in die neue Arena auf der anderen Seite der Stadt.
- Beim FC Zürich ist aus der Letzikurve die Südkurve geworden – und seither fixer Bestandteil – auch im 2007 eröffneten Leichtathletikstadion Letzigrund.
- Bei Borussia Dortmund ist die Südtribüne des Westfalenstadions mit 35'000 Stehplätzen die grösste Tribüne Europas.
- Und im Eishockey ist die Curva Nord der Pulsschlag des HC Lugano.
Stellen wir uns jetzt mal vor, die Stehplätze eines ganzen Eisstadions wechseln über Sommer auf die gegenüberliegende Seite. Eigentlich unvorstellbar. Und genau das passiert ab kommendem Frühjahr in Davos. Im Zuge der langfristigen Stadionsanierung werden die Stehplätze vom Osten in den Westen verlegt, bestätigt Markus Glarner auf Anfrage. Der Mediensprecher des HC Davos macht logistische Gründe für den Umzug geltend.
Seit Jahren klar – niemand weiss es
Ganz überraschend ist der Plan nicht, sagen Mitglieder des Vorstandes der Ostkurve Davos im Interview. Erste Gespräche mit Mitgliedern des Dachverbandes der Davoser Fans fanden schon vor Jahren statt. «Das Ganze ist auch eine Rückkehr», sagt Glarner. Denn beim Stadionbau Anfangs der 1980er-Jahre seien die Stehplätze bereits im Westen gewesen. Also unterhalb des heutigen Sitzplatzbalkons auf der Seite der Promenade. Der Umzug in den Osten erfolgte laut Glarner erst nach dem Bau der Nordtribüne Anfangs 2000. Letztlich sind laut Glarner aber logistische und nicht historische Gründe für den «Rückzug» verantwortlich.