Der stürmende Verteidiger
Davyd Barandun spielt in der Regel in der Abwehr auf der linken Seite. Auf dieser Position hat der in der Ukraine geborene 22-Jährige mit den Schweizer Junioren-Nationalmannschaften U18- und U20-Weltmeisterschaften bestritten. Und für den HCD die meisten seiner mittlerweile 188 National-League-Partien. Bei Davos herrscht allerdings zurzeit akuter Personalmangel im Angriff. Mit Leon Bristedt, Dennis Rasmussen, Chris Egli, Yannick Frehner und David Nussbaumer fehlten während mehr als einer Woche fünf verletzte Stammstürmer gleichzeitig. Das hatte zur Folge, dass Verteidiger Barandun vorübergehend in eine Stürmerrolle nach vorne versetzt wurde und mit Gian-Marco Hammerer, Jannik Canova sowie Nino Russo drei junge, noch völlig unerfahrene Spieler die vierte Davoser Angriffslinie bildeten.
An der Seite von Joakim Nordström
Barandun spielte als linker Flügel mehrere Partien an der Seite von Joakim Nordström und Julian Schmutz in der ersten HCD-Linie. «Es ist speziell für mich», sagt der 1,81 Meter grosse und 91 Kilogramm schwere, junge Eishockeyprofi. «Ich versuche, der Mannschaft zu helfen, so gut es geht. Aufgrund unserer langen Verletztenliste muss ich diese Rolle spielen. So lange diese Massnahme dem Team hilft, ist es gut. Bereits letzte Saison hatte ich einige Einsätze als Stürmer. Von diesen Erfahrungen profitiere ich jetzt. Ich weiss, was ich als Stürmer tun muss.» Barandun vergleicht: «Als Verteidiger siehst du das Spiel von hinten, wenn die eigene Mannschaft angreift. Als Stürmer steckst du hingegen mitten drin, das ist eine grosse Umstellung.» Baranduns Linie führte mit Nordström als Center ein Weltklassestürmer an. Er gewann 2014 mit den Chicago Blackhawks den Stanley Cup, wurde 2017 mit Schweden Weltmeister und stürmte letzte Saison im Team von ZSKA Moskau, das KHL-Champion wurde. «Neben einem derart guten Akteur wie Nordström zu spielen, erleichtert meine Aufgabe wesentlich», bemerkt Barandun. «Er hilft mir und spricht während den Spielen und im Training oft mit mir. So weiss ich, was ich genau machen muss.»
Missglücktes Zürcher Wochenende
Im Heimspiel gegen die ZSC Lions verpasste Baranduns Linienkollege Schmutz nach nur 20 Sekunden den Führungstreffer. Enzo Corvi fehlte ein paar Minuten später bei einem genialen Sololauf der krönende Abschluss. So lautete das Zwischenresultat nach dem ersten Drittel 2:0 für die Gäste statt eines durchaus möglichen 2:2. Die in Bestbesetzung angetretenen Zürcher, die als Meisterschaftsfavorit gelten, spielten mit viel Tempo und auffallend präzis. Sie kombinierten häufig wie aus einem Guss und setzten sich schliesslich mit 5:0 durch. «Wir kreierten auch verschiedene gute Situationen, hatten leider im Abschluss etwas Pech», stellte Barandun nach dem Match fest.