Der HCD lässt dem deutschen Rekordmeister keine Chance
Das Spiel
Im Gegensatz zu den Eisbären Berlin zeigte sich der HCD vor über 4'300 Zuschauern von seiner effizienten Seite. Bis zur 12. Minute zog der Gastgeber auf 3:0 davon. Enzo Corvi (4.), Valentin Nussbaumer und Brendan Lemieux, der zum richtigen Moment von der Strafbank zurückkehrte, trugen sich bis zur ersten Drittelspause in die Torschützenliste ein. Lemieux reckte beim Torjubel einen Handschuh in Richtung Himmel zum Zeichen seines Vaters, der im Mai dieses Jahres als unvergessliche NHL-Grösse verstorben war.
Viel mehr Chancen hätte der HCD auch nicht gehabt, um eine noch grössere Differenz zwischen sich und den Eisbären Berlin zu legen. Diese hatten im Vergleich zu den Bündnern auch ein paar Abschlüsse. Aber die Qualität ihrer Chancen war deutlich geringer und HCD-Goalie Sandro Aeschlimann ein ungleich grösserer Widersacher als sein Gegenüber Jonas Neffin. Bei den Toren von Nussbaumer und Lemieux traf ihn eine Mitschuld.
Spätestens im Mitteldrittel fuhr die Mannschaft von Josh Holden definitiv den zweiten Heimsieg im zweiten Auftritt der diesjährigen Gruppenphase in der Champions League ein. Mit zwei Überzahltoren innerhalb von 61 Sekunden sorgte sie für klare Verhältnisse. Grossartig, wie Lemieux den Puck aus der Luft mit dem Handschuh abfing und danach den freistehenden Adam Tambellini mit dem Stock aus dem Slot heraus bediente. Weil in der Champions League eine Strafe nicht erlischt, wenn der Gegner in nummerischer Überzahl trifft, mussten die Deutschen kurze Zeit später nach einer weiteren Strafe mit drei gegen fünf ran. Die Chance zur doppelten Überzahl nutzte Simon Ryfors mit einem Ablenker auf Pass von Tambellini zum 5:0.
Um den Gegner spöttisch herauszufordern, sangen die HCD-Fans: «Wir wollen die Eisbären sehen.» Viel zu zeigen hatten diese allerdings nicht. Als der HCD später in einfacher und doppelter Überzahl agierte, schien es sich für Aeschlimann lediglich um ein Torschuss-Training unter Wettkampfbedingungen zu handeln. Bis HCD-Vertediger Sven Jung ein Einsehen hatte und einen Querpass zu Gunsten der Deutschen ins eigene Tor ablenkte.
Auch später, als es nur noch um Resultatkosmetik ging, hatten die Davoser die Überhand. Filip Zadina skorte zwei weitere Assists und Aeschlimann kassierte doch noch ein Tor durch einen gegnerischen Spieler.
Aufgefallen
Filip Zadina ist in beneidenswerter Frühform. Wie schon im ersten Drittel am Freitag gegen Storhamar punktete er auch gegen den deutschen Rekordmeister zweimal vor der ersten Pause und später noch zweimal im Schlussdrittel. Diesmal nicht als doppelter Torschütze, sondern als vierfacher Vorbereiter. Sein Pass zum 2:0 von Valentin Nussbaumer in der 9. Minute war erstklassig. Am Ende kam der tschechische CHL-Topskorer in HCD-Diensten auf vier Punkte und totalisiert nun 2 Tore und vier Assists. Ebenfalls zwei Punkte gesammelt haben die weiteren HCD-Ausländer Asplund, Tambellini sowie Lemieux (alle je ein Tor und Assist). Verteidiger Lukas Frick gesellte sich mit zwei Assists während der zwei Überzahltore im Mitteldrittel zu ihnen.
Die Szene
Es war eine Augenweide, wie Rasmus Asplund und Enzo Corvi das Skore in der 4. Minute erföffneten. Asplund fing die Scheibe in der eigenen Zone ab, lief ins gegnerische Drittel und bediente Corvi mit einem doppelten Doppelpass. Da verlor Berlins Goalie Jonas Neffin die Orientierung und Corvi traf zum 1:0. Dieses Duo sorgte schon zum 3:2-Siegtor nach Verlängerung gegen Storhamar, einfach in umgekehrter Rolle. A' propos Corvi: Im Mitteldrittel traf ein versprungener Puck den Kopf einer Sitzplatzbesucherin, die ein HCD-Dress mit der Nummer und dem Namen von Corvi trägt. Im Stadion wurde ihr Kopf erst mit Eis gekühlt, später verschwand sie mutmasslich in der Sanität. Zum Glück für sie war alles halb so schlimm – im Mitteldrittel sass sie bereits wieder auf ihrem Platz.
So geht's weiter
Mit fünf Punkten im Gepäck spielen die Davoser nächste Woche zwei Auswärtspartien in der Champions Hockey League. Am Donnerstag auswärts um 18 Uhr im polnischen Tychy, ehe die Reise weitergeht zum schwedischen Meister Skelleftea AIK. Spielbeginn wird am Samstag um 14.30 Uhr sein. Am darauffolgenden Dienstag, 15. September 2026, beginnt für den HCD der Saisonstart in der National League mit einem Heimspiel gegen die SCL Tigers (19.45 Uhr).