Zwei Grossrätinnen, zwei Generationen
Geografisch und von den Aufgaben her sind Julia Müller (SP, Felsberg) und Nicoletta Noi (parteilos, San Vittore) weit voneinander entfernt. Doch politisch liegen sie nahe beieinander. Dadurch, dass sie zusammen in einer Fraktion sind, haben sie auch öfter miteinander zu tun. «Das Schöne ist, dass wir trotz des grossen Altersunterschieds sehr ähnlich denken», sagt Noi.
«Ich wollte nichts mit Politik zu tun haben»
Noi ist im Gegensatz zu der 21-jährigen Julia Müller erst relativ spät politisch aktiv geworden. «Früher habe ich immer gesagt, ich will nichts mit Politik zu tun haben. Ich hatte andere Träume und die Politik hatte darin keinen Platz», so die 78-Jährige. Schliesslich sei sie dann aber mit 47 Jahren doch noch in die Politik gegangen und habe das erste Mal im Grossen Rat gestanden. Heute ist sie noch immer politisch im Grossen Rat aktiv und die Älteste in der Runde.
Müller dagegen ist mit 21 Jahren die jüngste Grossrätin. Sie steht noch ganz am Anfang. Deshalb sei für sie alles neu und spannend. «Ich muss noch viel lernen. Nicoletta bleibt immer dran und genau so eine Energie will ich auch einmal haben», sagt Müller. Ein Durchhaltevermögen, wie Noi es habe, sei etwas ganz Grosses.
Auch Noi findet lobende Worte für Ihre Kollegin. «Ich möchte immer alles, was ich habe weitergeben. Ich habe den Eindruck, dass Julia nicht viel braucht, denn ich sehe, wie sie denkt und wie sie alles meistert», so Noi.
Interessenkonflikte zwischen Generationen
Wir haben während der Februarsession mit den beiden Grossrätinnen über das Thema Generationen gesprochen und festgestellt, dass es nicht auf das Alter, sondern die Einstellung ankommt. Das haben die Beiden im Gespräch klar gemacht.