Zahl der Toten bei blutigem Grenzstreit in Zentralasien steigt
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 30 Jahren streiten die beiden Länder über den Verlauf der rund 1000 Kilometer langen Grenze an zahlreichen Stellen. Dabei flammen immer wieder Gefechte auf. Auf kirgisischer Seite mussten nach Angaben des Zivilschutzes in Bischkek rund 137 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. In mehreren Orten liefen demnach Sammlungen von Hilfsgütern, um die humanitäre Lage in den Griff zu bekommen. Ein Schwerpunkt der Kämpfe lag um die kirgisische Grenzstadt Batken.
Die Hochgebirgsländer an der Grenze zu China gaben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Es wurden immer wieder Feuerpausen vereinbart, die wenig später gebrochen wurden. In der Region sollen schwere Artillerie, Kampfhubschrauber und Drohnen im Einsatz sein. Es starben Uniformierte und Zivilisten. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe berichtete, dass diesmal auch bisher ruhige Grenzregionen umkämpft seien.
Der kirgisische Aussenminister Dscheenbek Kulubajew teilte nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär António Guterres am Samstag mit, dass sich Bischkek lediglich verteidige. Es gebe schwere Schäden an der Infrastruktur, darunter an Schulen. Guterres wolle sich am Rande der UN-Generalversammlung auch mit dem kirgisischen Präsidenten Sadyr Schaparow am Dienstag in New York über die Lage austauschen - und mit der tadschikischen Seite, hiess es.
Auch in anderen Regionen des postsowjetischen Raums eskalierten zuletzt seit Jahren schwelende Konflikte. So griff etwa vor einigen Tagen im Südkaukasus Aserbaidschan sein Nachbarland Armenien an. Beobachter befürchten, dass solche Spannungen zunehmen, weil Russland, das eigentlich in der gesamten Region militärisch sehr präsent ist, derzeit Krieg gegen die Ukraine führt.