Wuhan korrigiert seine Zahlen: 1290 Tote mehr als bisher gemeldet
Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896, wie die Behörden am Freitag berichteten. Bislang waren aus der zentralchinesischen Stadt, in der die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte, nur 2579 Tote gemeldet worden.
Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3342 Toten in China wurde am Freitag zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren.
Spitäler überfordert
Es wurden mehrere Gründe für die erhebliche Korrektur genannt. So seien Patienten anfangs zuhause gestorben. Die Kapazitäten zur Aufnahme und Behandlung seien unzureichend gewesen, sagte ein namentlich nicht genannter Beamter des Covid-19-Krisenzentrums der Elf-Millionen-Stadt der Nachrichtenagentur Xinhua. «Ein paar medizinische Einrichtungen haben sich nicht rechtzeitig mit dem System zur Vorbeugung und Kontrolle verbunden.»
Auch seien Spitäler überfordert und Ärzte und medizinisches Personal mit dem Ansturm der Infizierten viel zu beschäftigt gewesen. «Als Ergebnis kam es zu verspäteten, fehlenden und falschen Berichten», erklärte der Beamte. Angaben über einige Verstorbene seien auch nicht vollständig gewesen.
Skepsis über Zahlen
Schliesslich hätten die Behörden die vorliegenden Statistiken überarbeitet, um ein vollständiges Bild zu bekommen. Es gehe bei diesen Daten auch um die «Glaubwürdigkeit der Regierung», sagte der Beamte in einem indirekten Hinweis auf die Skepsis, ob die offizielle Statistik auch das wahre Ausmass des Ausbruch widerspiegelt.
China hat das Virus den Angaben zufolge weitgehend unter Kontrolle. Die nationale Gesundheitskommission berichtete am Freitag 26 neue Infektionen, darunter 15 «importierte» Fälle mit Sars-CoV-2 bei Reisenden und 11 neue lokale Ansteckungen. In China haben sich nach diesen Angaben bislang mehr als 82«000 Menschen infiziert, von denen rund 78»000 inzwischen genesen seien. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus.